Rund tausend Japaner sollen wegen Fluglärms des US-Militärs entschädigt werden

Die USA haben zahlreiche Militärstützpunkte in Japan

Die japanische Regierung muss rund tausend Menschen in Tokio wegen Fluglärms der US-Luftwaffe eine Entschädigung in Millionenhöhe zahlen. Ein Bezirksgericht der japanischen Hauptstadt urteilte am Mittwoch, dass rund tausend Bewohner insgesamt 610 Millionen Yen (etwa 4,6 Millionen Euro) erhalten sollen. Der Lärm eines nahe gelegenen US-Luftwaffenstützpunktes habe "ihren Alltag gestört und psychische Schäden" verursacht, erklärte der Richter Takeo Setoguchi laut der Nachrichtenagentur Jiji.

Schon lange hatten sich Anwohner über den Fluglärm des Yokota-Stützpunktes beschwert, besonders über Flüge in der Nacht und am frühen Morgen. Genau daran dürfte sich allerdings nichts ändern: Das Gericht wies die Forderung der klagenden Anwohner zurück, den Flugverkehr zwischen 19 Uhr abends und sieben Uhr morgens zu verbieten. Auf dem US-Stützpunkt in einem Vorort von Tokio sind etwa 4000 Militärmitarbeiter stationiert.

Japan könne nicht vorschreiben, wie sich das US-Militär zu verhalten habe, begründete das Gericht die Entscheidung und folgte damit vorherigen Gerichtsbeschlüssen. Auch für künftigen Lärm würden die Kläger nicht entschädigt, entschieden die Richter. Der Richter Setoguchi kritisierte dennoch, die japanische Regierung bemühe sich nicht genug um eine Lösung des Lärmproblems.

In ganz Japan gibt es Klagen der Anwohner wegen des Lärms an den zahlreichen US-Stützpunkten. Insgesamt sind rund 47.000 US-Soldaten in Japan stationiert.

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