Russische Justiz ordnet U-Haft wegen des Aufrufs zu "Massenunruhen" an

Nach einer Demonstration für freie Kommunalwahlen am vergangenen Samstag hat die russische Justiz gegen drei Männer Untersuchungshaft angeordnet. Sie sollen zu "Massenunruhen" aufgerufen haben, wie ein Moskauer Gericht am Freitag befand. Iwan Podkopajew, Kirill Schukov und Samariddin Radschabow müssten in Erwartung ihres Prozesses bis zum 27. September inhaftiert bleiben.

Die drei Regierungskritiker waren nach Polizeiangaben am Donnerstag mit zwei weiteren Demonstranten festgenommen worden. Die Ermittler warfen ihnen auch "Gewalt gegen Sicherheitskräfte" vor. Podkopajew, Schukow und Radschabow drohen nach Behördenangaben bis zu 15 Jahre Haft.

Tausende Menschen waren am Samstag in Moskau auf die Straße gegangen, nachdem russische Behörden prominenten Oppositionspolitikern untersagt hatten, bei den Kommunalwahlen im September anzutreten. Nach Angaben von russischen Ermittlern hatten mehr als zehn Verdächtige im Internet Aufrufe zur Teilnahme an der nicht genehmigten Demonstration verbreitet, die von den Behörden als "Massenunruhen" eingestuft wurde.

Die Opposition bestritt die Vorwürfe der Behörden. Sie hob hervor, dass die Kundgebung friedlich verlaufen sei und Polizisten Gewalt gegen Demonstranten angewandt hätten, nicht umgekehrt.

Laut offiziellen Angaben hatten am Samstag rund 3500 Menschen an der Demonstration teilgenommen. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation OWD-Info wurden dabei knapp 1400 Menschen festgenommen.