"Sind Sie ein Mann?" Soldatenmutter macht Putin Vorwürfe zum Krieg in der Ukraine

Russland braucht zur Versorgung seiner Streitkräfte in dem Konflikt keine Kriegswirtschaft. Das erklärte der russische Präsident Wladimir Putin in Moskau. Die Rüstungsindustrie solle die Truppe schneller und mit besseren Produkten beliefern, forderte er.

Putin sagte: "Dafür sind keine außerordentlichen Maßnahmen notwendig.Man muss die Arbeit nur genau, qualitätvoll, gut koordiniert organisieren. Das ist immer erstrebenswert, aber besonders bei einer militärischen Spezialoperation, wie wir sie durchführen."

"Haben Sie genug Mut, uns in die Augen zu schauen?"

Olga Tsukanova, Gründerin des russischen Rates der Mütter, warf Putin vor, junge Männer schlecht ausgerüstet und kaum ausgebildet weit weg von der Heimat in den Kampf zu schicken. Sie sagte auch in einem Video: "Sind Sie ein Mann? Haben Sie genug Mut, uns bei einem Treffen mit Frauen, die nicht für Sie aussortiert wurden, in die Augen zu schauen?"

Die Frau war eigens aus der 900 km östlich gelegenen Stadt Samara nach Moskau gekommen, in der Hoffnung, im Kreml empfangen zu werden. Zunächst ohne Erfolg. "Ich denke, sie haben Angst, dass wir unangenehme Fragen stellen. Aber wir müssen das Problem lösen!", erklärte Olga Tsukanova laut der Agentur AFP.

Zuletzt hatte sich in einem Video auch ein Soldat bei seinem Vorgesetzten über mangelnde Ausrüstung beklagt. Dem Mann drohen jetzt 15 Jahre Haft, weil Russlands Staatschef die Strafen für Deserteure und Auflehnung gegen die militärische Hierarchie versschärft hat.

Putin trifft sich am heutigen Freitag mit den Müttern von Soldaten, die in der Ukraine eingesetzt sind oder sich darauf vorbereiten. Der Kreml teilte mit, eingeladen seien Mütter von Berufs- und Zeitsoldaten, von Freiwilligen und einberufenen Reservisten.