Russland: Autos wegen Sanktionen jetzt ohne Airbags und ABS?

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Die russische Autoindustrie leidet schwer unter den Sanktionen. Als Lösung sollen nun abgespeckte Versionen produziert werden, ohne Airbags, ABS oder Fensterheber.

Arbeiter montieren einen Lada in der Fabrik im russischen Ischewsk. Die Aufnahme entstand zwei Tage vor dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine
Arbeiter montieren einen Lada in der Fabrik im russischen Ischewsk. Die Aufnahme entstand zwei Tage vor dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine. (Bild: REUTERS/Gleb Stolyarov)

Kaum ein Markt ist so global vernetzt, wie die Autoproduktion. Durch den Angriffskrieg auf die Ukraine ist Russland nun allerdings international nahezu isoliert. Es fehlt an Material, die ausländischen Autohersteller haben sich zurückgezogen und die Sanktionen erschweren die Produktion zusätzlich. In der Folge ist der russische Automarkt fast gänzlich kollabiert. Im Mai wurden in Russland nicht mal mehr 25.000 Neuwagen verkauft, wie der russische Wirtschaftsverbandes AEB berichtete. Das ist ein Rückgang um mehr als 83 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Einbruch der Absatzzahlen

Volkswagen verkaufte allein in Deutschland etwa 38.000 Fahrzeuge im Monat Mai. In Russland gingen die Absätze von VW dagegen um 94 Prozent zurück, die deutschen Konkurrenten von Mercedes und BMW hätten erst gar keine Absatzzahlen veröffentlicht, berichtete der "Focus". Die meisten ausländischen Hersteller lassen ihre Produktion in den russischen Fabriken momentan als Teil der Sanktionen gegen den Ukraine-Krieg ruhen und haben auch sämtliche Kooperationen eingestellt. So verschiebt sich der Fokus auf die landeseigenen Firmen. Doch auch Avtotaz, verantwortlich für die Produktion aller Lada-Modelle, muss herbe Einbußen hinnehmen. Im Mai wurde der Hersteller verstaatlicht, nachdem er zuvor Teil des französischen Automobilherstellers Renault war.

Neue Ladas in Minimal-Ausführung

Nach der Verstaatlichung dauerte es eine Weile bis die Produktion wieder aufgenommen werden konnte. Am 8. Juni teilte Avtotaz mit, dass nun die ersten Modelle des Lada Granta Classic wieder vom Fließband gelaufen seien. Das Unternehmen beschränkt sich momentan auf einige wenige Modelle, die Mitarbeiter*innen arbeiten nur an vier Tagen der Woche. Zu den erzwungenen Sparmaßnahmen gehört auch, dass die Modelle nur in abgespeckten Varianten produziert werden. So müssen die neuen Lada wegen Ersatzteilmangel und unterbrochenen Lieferketten ohne Airbags, ABS oder elektrische Fensterheber auskommen. Auch die europäischen Abgasnormen werden bei den auf Sparflamme produzierten Autos nicht mehr erfüllt, sie entsprechen nur noch der Abgasnorm Euro 2.

Springt China ein?

Lada hatte sich in den letzten Jahren mithilfe von Renault zu einer konkurrenzfähigen Marke auf dem europäischen Markt entwickelt, Anfang des Jahres konnten sie sogar noch ein leichtes Umsatzplus verzeichnen. Doch die neuen Modelle sind nun sowohl umweltschädlicher als auch weniger verkehrssicher, als ihre Vorgänger. Zusätzlich berichtet der "Focus" von Überlegungen der russischen Regierung, die Marke Moskwitsch wieder zu beleben. Die Rede ist von einer Benziner- und einer E-Version des Sowjet-Kultautos. Unterstützung könnte es dabei von chinesischer Seite geben. Doch bislang verhält sich die chinesische Politik und Wirtschaft eher abwartend. Es ist zu vermuten, dass sich die Regierung in Peking die europäischen Absatzmärkte nicht durch eine unbedachte Kooperation mit Russland verbauen möchte.

Im Video: Ölembargo - EU-Sanktionen schaden Russland nicht - im Gegenteil

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