Russland unter Verdacht - Kriegsbilder in ukrainischem Kinder-Fernsehen ausgestrahlt

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Die nordöstliche Frontstadt Wowtschansk, während des schweren Bombardements durch russische Streitkräfte am 28. Mai 2024. dpa

Russland wird vorgeworfen, ukrainische Fernsehsender zu hacken und Kriegsbilder auf Kinderkanälen auszustrahlen. EU-Länder fordern UN-Maßnahmen gegen die mutmaßlichen Störungen.

Die russische Regierung wird beschuldigt, ukrainische Fernsehsender gehackt und Kriegsbilder auf Kinderkanälen ausgestrahlt zu haben. Das berichtete der „Telegraph“. Neben der Ukraine haben sich auch mehrere EU-Länder über Störungen in ihren Satellitennetzwerken beschwert, die Navigationsdienste und das Fernsehprogramm beeinträchtigen.

Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) wird diese Woche eine Reihe von Beschwerden aus der Ukraine und europäischen Ländern über Satellitenstörungen prüfen, bestätigte die Organisation gegenüber dem „Telegraph“. Der Störungsfaktor habe GPS-Signale blockiert und könnte die Flugverkehrskontrolle gefährden, so die Europäische Union in einer Erklärung an die ITU.

Ukraine protestiert gegen Kriegsbilder auf Kinderkanälen

Insbesondere auf Kinderfernsehkanälen wurden laut der ITU gewalttätige Bilder des Krieges in der Ukraine in das reguläre Programm eingespielt. Die Beschwerde der Ukraine an die UN-Organisation vom 3. Juni dokumentierte mindestens 11 Störungsfälle in den letzten drei Monaten, die dutzende ukrainische Fernsehprogramme betrafen. Die Ukraine forderte die ITU nachdrücklich auf, „alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Einmischungen der Russischen Föderation zu stoppen.“

Auch Frankreich, Schweden, die Niederlande und Luxemburg reichten Beschwerden ein, die von „schädlicher Störung“ in ihren Satellitennetzwerken sprachen, so die Bestätigung der ITU, ohne jedoch einen Verantwortlichen zu nennen. Estland beschuldigte Russland, Navigationsgeräte im Luftraum über den baltischen Staaten manipuliert zu haben.

Hacker senden Militärparade auf ukrainischen und lettischen Kanälen

Zuletzt wurden am 9. Mai Störungen gemeldet. Mehrere Fernsehsender in der Ukraine und Lettland wurden Opfer von Hackerangriffen, die dazu führten, dass Teile der Militärparade vom Roten Platz in Moskau ungewollt ausgestrahlt wurden, wie der „Spiegel“ berichtet. Laut dem auf Medienberichterstattung spezialisierten Portal „Detektor Media“ waren dem Bericht zufolge in der Ukraine die Mediengruppen Star Light Media und Inter, das öffentliche Fernsehen sowie die Sender Dym und Apostroph-TV betroffen. In Lettland wurde das Programm des Internet- und TV-Anbieters Balticom gestört, so Ivars Abolins, Chef der Medienaufsicht des Landes.

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