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Russland wirft Internationalem Olympischen Komitee "Rassismus und Neonazismus" vor

Nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, Athleten aus Russland und Belarus von der Teilnahme an der Eröffnungsparade der Olympischen Spiele in Paris auszuschließen, hat Russland dem IOC "Rassismus und Neonazismus" vorgeworfen. (John MACDOUGALL)
Nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, Athleten aus Russland und Belarus von der Teilnahme an der Eröffnungsparade der Olympischen Spiele in Paris auszuschließen, hat Russland dem IOC "Rassismus und Neonazismus" vorgeworfen. (John MACDOUGALL)

Nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Athleten aus Russland und Belarus von der Teilnahme an der Eröffnungsparade der diesjährigen Olympischen Spiele in Paris auszuschließen, hat Russland dem IOC "Rassismus und Neonazismus" vorgeworfen. "Diese Entscheidungen zeigen, wie weit das IOC von seinen erklärten Prinzipien abgerückt und in Rassismus und Neonazismus abgerutscht ist", sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Mittwoch.

Das IOC hatte am Dienstag entschieden, dass die als neutrale Athleten antretenden russischen und belarussischen Sportler bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele am 26. Juli auf der Seine nur eine Zuschauerrolle einnehmen dürfen. Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine dürfen sie ohnehin nur unter Auflagen an den Spielen in Paris teilnehmen.

Verboten sind Flaggen, die Hymnen und weitere staatliche Symbole. Die Sportler dürfen keine Verbindungen zum Militär haben zudem sind keine Mannschaften zugelassen. Zu den Spielen werden auch keine Regierungsvertreter aus Russland und Belarus eingeladen.

Der neutrale Status zwinge russische Sportler, sich "von jeder Verbindung zu ihrem Heimatland, ihrer Staatsbürgerschaft, ihrer Geschichte, Kultur und Volk loszusagen", sagte Sacharowa weiter. "Die Entscheidungen des IOC sind unrechtmäßig, ungerecht und inakzeptabel", sagte sie. "Wir sind empört über die beispiellosen, diskriminierenden Bedingungen, die das Internationale Olympische Komitee russischen Athleten auferlegt."

Einen Tag vor dieser wütenden Reaktion aus Russland hatte das IOC dem Kreml zudem in deutlichen Worten vorgeworfen, den Sport durch die Planung eigener "Freundschaftsspiele" zu "politisieren". Bei diesen "Freundschaftsspielen" handelt es sich um eine Konkurrenzveranstaltung, welche die russische Führung in Reaktion auf die zahlreichen Sanktionen gegen Russland schaffen will. Erstmals soll die Sommer-Ausgabe dieser Sportwettbewerbe nach IOC-Angaben im September in Moskau und Jekaterinburg stattfinden, die Winter-Ausgabe 2026 in Sotschi.

Das IOC forderte die Sportwelt und von Moskau eingeladene Regierungen dazu auf, "jede Teilnahme an und die Unterstützung" der Veranstaltung abzulehnen - verzichtete aber auf Sanktionen von Teilnehmern der russischen Wettbewerbe. Der Kreml warnte das IOC vor solchen Sanktionen. "Das ist Einschüchterung von Athleten. Es untergräbt die Glaubwürdigkeit des IOC völlig", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch.

Die Spannungen zwischen Moskau und dem IOC sind schon seit Jahren angespannt wegen eines Dopingskandals, nach dem Russen bei den Spielen in Tokio im Jahr 2020 nicht unter ihrer eigenen Flagge antreten durften.

Das IOC warf Russland in seiner Erklärung am Dienstag auch die "völlige Missachtung der weltweiten Anti-Doping-Standards und der Integrität von Wettkämpfen" vor. Sie verwies dabei auf Bedenken, welche die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in der vergangenen Woche angesichts des institutionalisierten Dopings bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi vor zehn Jahren geäußert hatte.

bur/oer/lt