Sängerin übernimmt in letzter Minute Hauptrolle von kranker Kollegin an der Met

Einspringen für kranke Kollegen? An der Oper ist das nicht so einfach. Die russische Sopranistin Olga Peretjatko-Mariotti wurde in dieser Woche wenige Stunden vor einer Vorstellung von Verdis "La Traviata" an der renommierten New Yorker Metropolitan Opera gebeten, die erkrankte Sängerin der Hauptfigur Violetta zu ersetzen

Einspringen für kranke Kollegen? An der Oper ist das nicht so einfach. Die russische Sopranistin Olga Peretjatko-Mariotti wurde in dieser Woche wenige Stunden vor einer Vorstellung von Verdis "La Traviata" an der renommierten New Yorker Metropolitan Opera gebeten, die erkrankte Sängerin der Hauptfigur Violetta zu ersetzen. "Das war natürlich ein großes Risiko", sagte die 36-Jährige am Freitag in einem Telefoninterview. Aber das Team habe an sie geglaubt. "Deshalb dachte ich, ich sollte ihnen helfen."

Die eigentliche Violetta-Darstellerin, die italienische Opernsängerin Carmen Giannattasio, war am Dienstag aufgrund von Allergien nicht in der Lage zu singen. Opernchef Peter Gelb hatte nur ein paar Stunden, um Ersatz zu finden und rief mittags Peretjatko-Mariotti an. Die aufstrebende Sängerin hatte zwar schon die Violetta gesungen, doch nicht oft und noch nie in der New Yorker Met. Die Rolle gilt wegen der dramatischen Verwandlung des Charakters und der nahezu pausenlosen Bühnenpräsenz als besonders schwierig.

Vor dem Auftritt war die Russin dann auch ziemlich nervös, wie sie berichtete. Aber sie habe einfach alles vergessen und versucht, im Takt des Dirigenten zu bleiben. Anfangs habe das Publikum nicht erfreut reagiert, als Opernchef Gelb es über die Umstände aufklärte und auch noch verriet, dass die Ersatz-Sängerin unter einem Jetlag litt. Aber anschließend hätten viele Zuschauer ihr auf ihrer Facebook-Seite gedankt, berichtete Peretjatko-Mariotti. Die "Energie", die sie vom Publikum gespürt habe, sei unbeschreiblich.

Am Freitag sollte wieder die Italienerin Giannattasio auf der Bühne stehen. Peretjatko-Mariotti wollte bequem im Zuschauerraum Platz nehmen. Die Met verfügt war über Ersatzdarsteller. Bevorzugt würden aber bekannte Sänger gebeten, einzuspringen, sagte Opernchef Gelb.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen