Südafrika bietet seine Astrazeneca-Impfdosen der Afrikanischen Union an

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Die in Indien hergestellte Version des Astrazeneca-Vakzins

Südafrika hat seine bereits gelieferten Corona-Impfdosen des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca der Afrikanischen Union angeboten, da es Zweifel an der Wirksamkeit des Vakzins bei der südafrikanischen Corona-Mutante gibt. "Die Dosen, die wir gekauft haben, sind der Afrikanischen Union vorgeschlagen worden", sagte Gesundheitsminister Zwelin Mkhize am Dienstag im Parlament in Kapstadt. Diese Impfdosen könnten an Länder verteilt werden, die dafür bereits Interesse angemeldet hätten.

Südafrika wollte die Impfkampagne für seine knapp 58 Millionen Einwohner in der vergangenen Woche beginnen. Dafür waren eine Million Impfdosen von Astrazeneca vorgesehen. Die Ankunft des Vakzins war unter Anwesenheit von Präsident Cyril Ramaphosa groß gefeiert worden. Aber die Impfkampagne wurde gestoppt, nachdem eine Studie ergab, dass der Impfstoff gegen milde und mittlere Verlaufsformen von Corona nicht wirksam ist. Die nach Südafrika gelieferten Astrazeneca-Impfdosen wurden im Serum Institute of India (SII) hergestellt.

Die Afrikanische Union hat bislang über die Initiative Avatt rund 270 Millionen Impfdosen erworben. In der vergangenen Woche erklärte die AU, dass sie die Astrazeneca-Produkte nicht zurückweisen werde. Zu den ersten Interessenten zählte Malawi.

Südafrika setzt nun auf das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson, von dem neun Millionen Dosen bestellt wurden. Die Lieferung wird in der kommenden Woche erwartet. Dazu sollen 20 Millionen Impfdosen von Pfizer kommen. Die südafrikanische Regierung will bis zum Jahresende dafür sorgen, dass 67 Prozent der Bevölkerung geimpft sind.

Die aktuellen Zahlen zur Corona-Epidemie fallen in Südafrika vergleichsweise günstig aus. Die Zahl der täglich gemeldeten Fälle fiel von 20.000 Anfang Januar auf gut tausend an diesem Montag. Insgesamt wurden 1,5 Millionen Erkrankungen und gut 48.000 Todesfälle seit Beginn der Pandemie registriert.

ao/mkü