Südkoreanische Experten warnen vor Hackerangriffen aus Nordkorea

Nach der weltweiten Cyberattacke und Mutmaßungen, wonach Nordkorea dafür verantwortlich sein könnte, haben südkoreanische Experten vor weiteren derartigen Angriffen gewarnt

Nach der weltweiten Cyberattacke und Mutmaßungen, wonach Nordkorea dafür verantwortlich sein könnte, haben südkoreanische Experten vor weiteren derartigen Angriffen gewarnt. Weitere Hackerangriffe durch Nordkorea seien möglich, insbesondere angesichts der Tatsache, dass Pjöngjang im Gegensatz zu Raketen- oder Atomtests eine Beteiligung zurückweisen und nicht belangt werden könne, sagte der Chef der südkoreanischen Internetsicherheitsfirma Hauri, Simon Choi, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Der beim jüngsten Cyberangriff verwendete Code weise starke Ähnlichkeiten zu früheren Angriffen auf, die Nordkorea zugewiesen wurden, sagte Choi, dessen Firma über umfangreiche Daten der Hackeraktivitäten Pjöngjangs verfügt. Der Experte warnte bereits seit dem vergangenen Jahr vor möglichen Hackerangriffen aus Nordkorea. "Ich habe Anzeichen dafür gesehen, dass der Norden Attacken mit Schadsoftware vorbereitet oder diese bereits ausführt", sagte Choi.

Einige Angriffe zielten demnach auf südkoreanische Unternehmen ab. Choi verwies auf einen großangelegten Hackerangriff auf das in Seoul ansässige Online-Shopping-Portal Interpark, bei dem die Daten von mehr als zehn Millionen Nutzern gestohlen wurden. Die Hacker forderten Lösegeld in der Internet-Währung Bitcoin im Wert von rund drei Millionen Dollar (2,7 Millionen Euro). Die Polizei in Seoul beschuldigte den nordkoreanischen Geheimdienst, hinter der Attacke zu stehen.

Beim jüngsten Hackerangriff mit der Schadsoftware "WannaCry" waren zuletzt hunderttausende Computer in 150 Ländern blockiert worden. Die Angreifer hatten Computerdaten verschlüsselt und ein Lösegeld verlangt, um die Daten wieder freizugeben. Sicherheitsexperten in den USA, Russland und Israel berichteten von Anzeichen, dass Nordkorea hinter der Attacke stecken könnte.

Choi sagte, Nordkorea scheine die Hackerangriffe in den vergangenen Jahren vorangetrieben zu haben, um angesichts der UN-Sanktionen wegen seines umstrittenen Raketen- und Atomprogramms durch Lösegelderpressungen an Geld zu kommen.