Sülz: Anwohner wollen den Sternplatz zum Veedelstreffpunkt machen

Die Stadt soll Picknicktische aufstellen.

Aus der Vogelperspektive gesehen, ist die Schnittstelle von Arnulf-, Remigius- und Konradstraße mehr als bloß eine Straßenkreuzung. Sie ist ein schmucker Stern in der sonst so öden Straßenlandschaft. Die besondere Form des Ortes ist allerdings nur ein Grund, warum sich die Nachbarn Gedanken gemacht haben, wie sie ihn so verschönern können, dass er auch am Boden attraktiv ist. Der andere: Der „Sternplatz“ fungiert schon länger als Treffpunkt für die Menschen, die hier zuhause sind. Der „Tag des Guten Lebens“ in Sülz war 2015 der Anlass, dass sich viele dort erstmals trafen, um gemeinsam zu feiern.

Die Agora Köln, eine aus rund 130 Einzelpersonen und Organisationen aus Umweltbewegung, Kultur und Wirtschaft bestehende Bewegung, die sich für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft in der Stadt einsetzt, hatte ihn damals in Sülz organisiert. Seitdem finden die Treffen auf der grünen Wiese am Sternplatz regelmäßig statt. Dabei entstehen Ideen, wie er umgestaltet werden könnte. Mit Unterstützung der Agora hat die Sternplatzinitiative ein Konzept erarbeitet, das sie jetzt bei einer Ortsbesichtigung Kommunalpolitikern und Vertretern der Verwaltung vorstellte.

Die Wünsche der Anwohner

Ganz oben auf der Wunschliste der Anwohner steht eine Möblierung der Grünfläche, die an der Arnulfstraße im südlichen Verlauf links an der Kreuzung liegt. Dort hatten die Nachbarn bereits eine Weile einige Stühle und einen Tisch aufgestellt, irgendwann auch fest mit dem Boden verankert, um das Mobiliar nicht immer ins Haus schleppen zu müssen. Doch das Ordnungsamt hatte ihnen dies untersagt. Nun wünschen sie sich, dass die Stadt selbst dort Sitzmöbel und einen Tisch aufstellt, allerdings möglichst schöne Möbel aus wetterfestem Holz.

Weiter sollen kniehohe Hecken zu beiden Seiten der möblierten Rasenfläche entstehen, so dass der Blick auf die Radständer verstellt wird, der auf den Platz aber erhalten bleibt. Weiter wünschen sich die Anwohner, dass die unschönen Glascontainer am Beginn der Remigiusstraße versenkt werden. Zudem möchten sie, dass die Spur, die zwischen einer Verkehrsinsel sowie dem Mittelstreifen der Remigiusstraße verläuft und parkplatzsuchende Autofahrer zum Schleifen drehen verlockt, beseitigt wird. Auch eine der beiden Fahrspuren des Teils der Remigiusstraße, der auf der gegenüberliegenden Seite des Weyertals verläuft und eine Sackgasse ist, soll weichen.

Mit dem gewonnenen Raum soll der Platz erweitert werden. „Und dann müssen auch noch diese hässlichen Poller weg“, fordert Marlise Bärenz von der Sternplatzinitiative.

Die Reaktionen der Verwaltung

Manfred Grieser vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen hält viele Ideen der Initiative für machbar. Einiges sei aber nicht ganz so einfach zu realisieren: „Die Hecken könnten erst im Herbst gepflanzt werden“, betonte er. Grundsätzlich sei es möglich, Bänke und einen Tisch auf den Grasflächen aufzustellen. „Wenn wir das tun, dann werden es allerdings die Möbel aus unserem Standardprogramm sein, Bänke und Tisch aus grünem Metallgitter“, sagt Grieser. Er wünscht sich auch etwas von den Nachbarn: „Es wäre schön, wenn sie die Pflege der Grasfläche übernehmen.“

Zu den gewünschten Änderungen der Straßenführung äußert sich Heribert Gödderz vom Amt für Straßen und Verkehrsplanung ebenfalls grundsätzlich positiv. Es sei denkbar, die beiden gewünschten Spuren zu sperren und die Plätze zu erweitern.

„Allerdings“, so sagt Gödderz, „gehört das für mich definitiv nicht zu Phase 1 der Umgestaltung am Sternplatz.“ Bis dieser Wunsch erfüllt würde, könne einige Zeit vergehen. „Die Poller müssen allerdings dort stehen bleiben. Wenn wir sie wegnehmen, dann ist dort nach unserer Erfahrung im Nu wieder alles zugeparkt“, mahnt Heribert Gödderz.

Das sagen die Politiker

Die Kommunalpolitiker unterstützen die Sternplatzinitiative: „Wir könnten in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung beschließen, dass die Verwaltung auf der Grundlage des Konzepts der Sternplatzinitiative plant, den Platz umzugestalten“, lautet der Vorschlag von Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker bei der Ortsbesichtigung. Allerdings glaubt sie nicht, dass die Glascontainer versenkt werden könnten. „Das ist meiner Erfahrung nach viel zu teuer“, so die Bürgermeisterin. Friedhelm Hilgers, Vorsitzender der SPD-Fraktion, äußert Bedenken an der zeitnahen Umsetzung des Vorhabens: „Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass wir 2015 bereits einen ganz ähnlichen Beschluss gefasst haben. Bislang ist noch nichts passiert.“ Damals hatte die Bezirksvertretung bereits die Verwaltung beauftragt, „den Schnittpunkt der Remigius-, Konrad- und Arnulfstraße so zu gestalten, dass ein Quartiersplatz mit Aufenthaltsqualität entsteht“. Nach Auskunft von Grieser und Gödderz soll nun aber zumindest der erste Schritt, die Aufstellung der Bänke, rasch möglich sein.

„Wir haben noch 9000 Euro aus einem Projekt für Grünanlagen übrig, die nicht ausgegeben werden konnten“, versichert Helga Blömer-Frerker den Verwaltungsangestellten. „Und auf den hässlichen Pollern könnten doch auch vielleicht Blumenkästen mit hübschen Pflanzen angebracht werden.“

Die Stellungnahme der Agora

Die Agora freut sich über das Engagement der Nachbarn. „Das Projekt Sternplatz hat beim Veedelstreffen den Wettbewerb gewonnen und wird als Leuchtturmprojekt von uns unterstützt“, lobt Martin Herrndorf von der Bewegung. Es soll ein Vorbild für andere Initiativen sein. „Das Projekt steht genau für das, was wir mit dem Tag des Guten Lebens erreichen wollen, dass sich Nachbarn langfristig zusammenschließen und ihr Viertel gestalten.“ Die Agora hat auch bereits eine Idee, wie weitere Phasen der Umgestaltung aussehen könnten: „Der oft zu schnelle und für Fußgänger gefährliche Durchfahrtsverkehr ließe sich deutlich reduzieren, wenn man geschickt Einbahnstraßen legt“, erklärt Herrndorf. So ließe sich auch die Aufenthaltsfläche noch weiter vergrößern – und aus dem Sternplatz würde ein richtiger Stadtplatz.

Ein alternativer Vorschlag

Zum Treffen der Sternplatzinitiative waren zwei Anwohner erschienen, die eine andere Vorstellung von der Platzgestaltung haben. Die Grünflächen, die doch sowieso niemand pflegen würde, solle man lieber pflastern und eine Skulptur sowie beleuchtete Fahrradständer aufstellen, forderte Wolfgang Amsoneit. So könne dort die Cortenstahl-Skulptur des Michael Croissant einen neuen Platz finden, die bislang auf dem Kolping-Platz hinter dem Museum für angewandte Kunst steht. Politiker und Verwaltung favorisieren aber den Vorschlag der Sternplatzinitiative....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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