"Sabine" ist weg - das stürmische Wetter nicht

Der Fischmarkt steht während einer Sturmflut wegen "Sabine" unter Wasser.

In Teilen Europas verursacht Orkantief “Sabine” schwere Schäden und fordert sogar Todesopfer. Deutschland kommt vergleichsweise glimpflich davon. Auch in den kommenden Tagen bleibt es wechselhaft.

Nach dem stürmischen Wochenstart durch Orkantief “Sabine” bleibt das Wetter in Deutschland auch in den kommenden Tagen meist wechselhaft und ungemütlich. Besonders in den Küstenregionen an Nord- und Ostsee rechneten Meteorologen zur Wochenmitte hin mit schauerartigen und teils gewittrigen Niederschlägen, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach am Dienstag mitteilte. In den übrigen Regionen sollte es am Mittwoch zunächst verbreitet Schauer geben, teils auch Schneefälle mit Glättebildung. Schwere Stürme wurden an der See sowie in höheren Lagen erwartet.

Eine Auflockerung der Wolkendecke ab Donnerstagmorgen erwarteten die Experten zunächst vor allem im Osten Deutschlands. Teils seien auch längere Sonnenphasen möglich, bevor die Bewölkung ab Vormittag im Westen und Südwesten wieder zunehme und sich ostwärts ausbreite, hieß es. Trocken bleibt es demnach am Donnerstag nur im äußersten Südosten, Osten und Nordosten - bei Höchsttemperaturen zwischen 4 und 11 Grad.

Fischmarkt in Hamburg (REUTERS/Fabian Bimmer)

Orkantief “Sabine” hatte in Deutschland und anderen Teilen Europas vor allem am Montag teils schwere Schäden verursacht. Auch am Dienstag blieb es vielerorts in Deutschland wechselhaft bis stürmisch. Neue Sturmschäden in der Nacht zum Dienstag blieben zwar meist aus - allerdings mussten Pendler teils wegen noch nicht behobener Schäden des Vortags Verzögerungen im Bahnverkehr und auf den Straßen einplanen.

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Eine Oberleitungsstörung am Dienstagmorgen führte zu Einschränkungen im Bahnverkehr zwischen Hamburg und Westerland auf Sylt. Auch in Bayern, wo das Orkantief das öffentliche Leben zum Wochenstart fast zum Erliegen gebracht hatte, war der regionale Bahnverkehr teils noch eingeschränkt, etwa im Allgäu sowie südlich von München. “Aufgrund neuer aufkommender Sturmböen und Schneefall ist die Situation weiter angespannt”, teilte die Deutsche Bahn (DB) mit. Am Montag sowie in der Nacht zum Dienstag waren zudem insgesamt rund 100 000 Haushalte wegen sturmbedingter Ausfälle vorübergehend vom Stromnetz der Bayernwerk AG abgeschnitten.

In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland fuhren Bus und Bahn dagegen am Dienstag weitgehend wieder nach Plan. Auch an den meisten Flughäfen in Deutschland standen die Zeichen wieder auf Normalisierung.

“Sabine” erreicht Korsika

Das Orkantief, das in Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Belgien “Ciara” genannt wird, erreichte am Dienstag den äußersten Norden der Mittelmeerinsel Korsika - mit Böen von 219 Stundenkilometern. Das liege leicht unter dem Rekord vom Januar 2018, als am Cap Corse 225 Stundenkilometer erreicht wurden, berichtete der Wetterdienst Météo France. Der Sturm löste auf der französischen Ferieninsel erhebliche Verkehrsprobleme aus - betroffen waren Fährverbindungen zum Festland und Flüge, wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete.

In Polen erlag einem Bericht der Nachrichtenagentur PAP zufolge als drittes Todesopfer eine 21-Jährige im Krankenhaus ihren Verletzungen, die am Montagabend im Skiressort Bukowina Tatrzanska bei starkem Wind von Dachteilen getroffen worden war. Eine 52-jährige Frau und ihre 15-jährige Tochter waren nach dem Zwischenfall in dem Skigebiet bereits am Montag gestorben.

Prognose für die nächsten Tage

Die Ausläufer von Orkantief “Sabine” sorgen auch noch am Mittwoch für unruhiges Wetter in Deutschland. “Die Unwettergefahr nimmt ab, aber es bleibt stürmisch”, sagte Meteorologe Andreas Friedrich von Deutschen Wetterdienst (DWD) am Dienstag in Offenbach. “Erst in der Nacht zum Donnerstag schwächt der Wind ab.”

Laut Vorhersage zeigt sich der Himmel am Mittwoch wechselnd oder stark bewölkt. Es kommt erneut zu Regen-, Schnee- oder Graupelschauern. Dazu gibt es starke bis stürmische Böen. Für Küsten und Hochlagen warnt der DWD sogar vor schwerem Sturm bis hin zu Orkanböen.

Die Höchstwerte liegen bei vier bis neun Grad, in den Bergen bis zwei Grad. Am Mittwochabend lockert es vor allem in der Mitte und im Osten allmählich auf. In der Nacht zum Donnerstag beruhigt sich das Wetter in weiten Teilen, und die Schauer klingen allmählich ab. In höheren Lagen und an der Küste kann es jedoch weiterhin zu schweren Sturmböen kommen.

Der Donnerstag startet zunächst trocken, in der Osthälfte zeigt sich mitunter länger die Sonne. Doch schon am Vormittag können vom Westen und Südwesten her dichtere Wolken aufziehen, die Regen mit sich bringen.