Salmonellengefahr: Geschmolzenes Eis nicht wieder einfrieren

Hannah Sommer
Freie Autorin für Yahoo Style
Getautes Eis muss sofort verzehrt werden. (Bild: Getty Images)

Bei dieser Hitze ist ein Eis eine Wohltat. Experten aber warnen: Speiseeis darf nach dem Auftauen nicht wieder eingefroren werden. Diese Tipps helfen gegen eine Salmonellenvergiftung.

Nicht nur Menschen lieben Speiseeis: Die Mischung aus Milch, Sahne und Zucker ist im geschmolzenen Zustand leider auch der perfekte Nährboden für Krankheitserreger. Vor allem Salmonellen und Listerien gedeihen in getautem Eis bestens. Deshalb sollte Eis, das bei der Hitze auf dem Weg vom Supermarkt nach Hause geschmolzen ist, sofort verzehrt werden. Denn haben sich erst einmal Mikroorganismen eingenistet, ist es zu spät. „Wenn Sie Eis wieder einfrieren, tötet dies die Bakterien nicht“, warnt die Landesärztekammer Baden-Württemberg.

Im Fernsehen und Kino ist es häufig zu sehen: Da setzen sich Leute – oft von Liebeskummer geplagt – mit einem Riesenbecher Eis auf die Couch und löffeln den köstlichen Inhalt in aller Seelenruhe in sich hinein. Aber in der Realität ist hier ebenfalls Vorsicht geboten: Das ist nur dann nachahmenswert, wenn wirklich der gesamte Becher in einem Rutsch verzehrt wird. Ansonsten sorgt der Speichel am Löffel erst recht dafür, dass das geschmolzene beziehungsweise angetaute Eis zum Nährboden für Mikroorganismen wird.

Beim Speiseeis ist eine ununterbrochene Kühlkette von der Herstellung bis zum Genuss entscheidend. Das bedeutet: Im Supermarkt wird das Eis am besten als letztes in den Einkaufswagen gelegt. Achten Sie darauf, dass die Verpackung intakt ist und die Tiefkühltruhen korrekt arbeiten. Bei Sommerhitze kann der herkömmliche Isolierbeutel schnell versagen. Eisfans bringen deshalb eine Kühltasche und/oder Kühlaggregate mit.

Beim Portionieren gilt: Größere Packungen gehören nach der Entnahme der gewünschten Menge sofort zurück in den Gefrierschrank. Zwar darf das Eis bei Zimmertemperatur etwas weich werden, damit es sich gut portionieren lässt und seinen vollen Geschmack entfaltet. Dabei sollte aber laut dem Verband der Deutschen Markeneishersteller die Spanne von fünf bis zehn Minuten nicht überschritten werden.

Wer aufgetautes Eis wieder einfriert, riskiert seine Gesundheit. Salmonellen können leichte bis schwere Erkrankungen mit Bauchschmerzen, Durchfall, Fieber und Erbrechen verursachen, wie die Landesärztekammer Baden-Württemberg warnt. Deutliche Symptome treten demnach 12 bis 24 Stunden nach dem Genuss verunreinigter Lebensmittel ein. Außerdem schmeckt wieder eingefrorenes Eis lange nicht mehr so gut. Es verliert beim Schmelzen Luft und damit Fluffigkeit.

Bei anderen Lebensmitteln kann das Wiedereinfrieren übrigens die bessere Wahl sein. Das gilt vor allem, wenn sie vor dem Verzehr erhitzt werden. „Zwar leiden Nährstoff- und Vitamingehalt, aber Wiedereinfrieren ist hygienisch sicherer als das Aufbewahren im Kühlschrank bei Plustemperaturen“, erklärt das Deutsche Tiefkühlinstitut, die Interessenvertretung der deutschen Tiefkühlwirtschaft.