Salon International de la Haute Horlogerie de Genève

Soll jeder Mann Herr seiner Zeit sein – das schrieb Shakespeare in Mac Beth. Die Herren der Zeit treffen sich im Zweifel nicht auf dem “Salon Internationale de la Haute Horlogerie of Geneva”, aber hier gibt es sicher die edelsten Instrumente, um die Zeit zumindest zu messen.

35 der bedeutendsten Uhrenhersteller der Welt und 17 unabhängige Produzenten nehmen teil an diesem 28. Branchentreffen in der Schweiz, hier versammelt sich die Creme der Uhrmacherkunst. Zum zweiten Mal in Folge ist am letzten Tag die Ausstellung für Öffentlichkeit zugänglich.

Fabienne Lupo ist Direktor der Genfer SIHH:

“Seit zwei Jahren sehen wir so etwas wie eine Abkühlung, aber 2017 endete dann doch mit einem Plus von drei bis dreieinhalb Prozent für die Schweizer Uhrenindustrie.”

Im besonderen Fokus der Aufmerksamkeit steht dieses Jahr IWC aus Schaffhausen, die ihren 150. Geburtstag feiern können. Zur Feier des Ereignisses leistet sich die amerikanisch-schweizerische Marke eine Inszenierung mit einer Art Zeitmaschine und einem echten Uhrmacher.

Christoph Grainger-Herr ist CEO von IWC:

“Unsere Geschichte begann mit einem amerikanischen Uhrmacher und Ingenieur, der sich von Boston in die Schweiz aufmachte, um Schweizer Handwerk und amerikanische industrielle Fertigung zu vereinen. Das Herzstück hier ist die Zeitmaschine, die alle Zeitalter und Geschichten von IWC miteinander verbindet – und dabei die Uhrmacherfamilie ins Zentrum stellt.”

Philippe Chapalain, co-fondateur de Go Goncept, était au #SIHH Salon International de la Haute Horlogerie de Genêve avec quelques-uns de nos clients.

L’occasion également de découvrir les modèles fluidiques présentés par #HYT ! pic.twitter.com/82Ctp6eBET— GO CONCEPT (@go_concept) 19 janvier 2018

Seit diesem Jahr steht auch La Montre Hermès auf der Ausstellerliste. Nachdem man sich von der sehr populären Weltuhrenmesse Baselworld verabschiedet hat, ist es jetzt der erste Auftritt in Genf.

Laurent Dordet ist der CEO von La Montre Hermès:

Jetzt Teil dieses exklusiven Zirkels zu sein ist für uns eine große Anerkennung für das, was Hermes in den letzten 15 Jahren geleistet hat. Wir haben unsere Produktlinie “Savoir-faire” entwickelt, wir arbeiten an unsere vertikale Integration und wir haben in nur 15 Jahren eine Produktion in der Schweiz mit 300 Beschäftigten aufgebaut.

Hermès Arceau Chrono Titane. Une boite rappelant un étrier, mais un bracelet et des aiguilles dérivés du monde autoHermes_Paris designed its Arceau Chrono Titane to recall a strirrup by its case, yet automotive world with embossed strap and red hands#watches #SIHH ?HODINKEE pic.twitter.com/3iBsn6aMi3— Orbitlane (@orbitlane) 17 janvier 2018

Während der letzten Jahre war kein guter Markt für Luxusuhren – aus verschiedenen Gründen: zum einen haben sich die Märkte abgekühlt wie China zum Beispiel, dann wurde angenommen, Apple und Co hätten den Markt für Luxusuhren mit ihren Smart Watches beschädigt. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass die Konkurrenz aus der Computerbranche nicht das eigentliche Problem ist:

Nicolas Bos, CEO von Van Cleef & Arpels:

“Funktionalität ist nicht länger oberste Priorität. Es gibt sicher viele Wege die Zeit anzuzeigen, sie zu lesen, man muss nicht einmal notwendigerweise eine Uhr tragen. Traditionelle Uhrmacherkunst gibt uns Vergnügen, Gefühl, etwas, was weit über Funktionalität hinausgeht.”

Van Cleef & Arpels un peu plus près des étoiles https://t.co/tKLgR5RM7Q— Radio Belfortaine (@Rad_Belfortaine) 19 janvier 2018

Laurent Dordet, CEO von La Montre Hermès:

“Sie können aus praktischen Gründen tagsüber eine Smartwatch tragen und dann wollen sie vielleicht etwas mit einer besonderes, elegantes tragen, etwas womit sie sich einfach wohl fühlen. Ich glaube an das gute Gefühl und die Eleganz, die eine besondere Uhr mit sich bringt – und ich glaube, dass beides neben einander existieren kann; da habe ich keine Sorge.”

Den Unterschied macht also das Industrieprodukt gegen das Handwerkliche. Jede mechanische Uhr bedeutet Jahre der Entwicklung in verschiedensten Disziplinen, Kreativität und absolute Präzision in der Umsetzung. Hier zählen Tradition, Know-How und besondere menschliche Fertigkeiten.

Fabienne Lupo, Direktor der SIHH:

“Uhren machen und da die Haute Horlogerie im besonderen heißt, sie haben bis zu 40 Gewerke, die noch immer zum guten Teil Handwerk sind, mit uralten Techniken, die aber natürlich modernisiert sind Dank neuer Technologien und Materialien. Dies ist eine Branche, wo es die Dualität aus Handwerk und Innovation noch gibt.

Ginge es den Herren der Zeit ausschließlich um Kreativität, Handwerk und Eleganz, sie hätten wohl keine Wahl.

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