Salvini verteidigt Parteikollegen nach tödlichem Schuss auf Marokkaner

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Italiens Ex-Inneminister Matteo Salvini

Der frühere italienische Innenminister Matteo Salvini hat nach einem tödlichen Schuss eines Lega-Politikers auf einen Marokkaner seinen Parteikollegen verteidigt. Der Chef der rechtsextremen Lega-Partei sprach in einem am Mittwoch im Onlinenetzwerk Facebook veröffentlichten Video von "legitimer Selbstverteidigung". Der Kommunalpolitiker Massimo Adriatici steht nach Angaben von Lokalmedien unter Hausarrest, nachdem er bei einem Streit in der norditalienischen Kleinstadt Voghera einem 39-jährigen Marokkaner in die Brust geschossen hatte.

Der Stadtrat Adriatici habe als "Opfer einer Aggression versehentlich mit einem Schuss reagiert, der leider einen ausländischen Bürger tötete", sagte Salvini.

Medienberichten zufolge war Adriatici am Dienstagabend in einen Streit mit dem 39-Jährigen geraten. Dieser soll Menschen vor einer Bar belästigt haben. Der Lega-Stadtrat sagte, der Schuss habe sich gelöst, als er zu Boden gefallen sei.

Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurde Adriatici unter Mordverdacht festgenommen. Die Staatsanwaltschaft prüfe jedoch auch, stattdessen Anklage wegen unverhältnismäßiger Notwehr zu erheben.

Salvini und seine Lega-Partei stehen seit langem wegen ihrer rigorosen Haltung gegen Einwanderung in der Kritik. Alan Ferrari von der Mitte-Links-Partei PD forderte Salvini auf, die Tat in Voghera zu verurteilen. "In einem zivilisierten und demokratischen Land schießt ein Stadtrat nicht auf einen Menschen", sagte Ferrari.

fwe/dja

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