Samstagsarbeit bei der Deutschen Bank künftig erlaubt

Zentrale in Frankfurt am Main

Bei der Deutschen Bank dürfen Mitarbeiter künftig auch am Samstag Kunden beraten - zumindest telefonisch und per Videokonferenz. Darauf verständigte sich das größte deutsche Kreditinstitut mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Gewerkschaft der Finanzdienstleister, wie diese am Donnerstag mitteilten. Die bis Ende 2019 befristete Vereinbarung betrifft rund 400 Beschäftigte in regionalen Beratungszentren und gilt für die Branche als Tabubruch.

Die Deutsche Bank hat seit Jahresbeginn nach und nach an acht Standorten Beratungszentren eröffnet, bei denen sich Kunden auch außerhalb der Filialöffnungszeiten und an Samstagen beraten lassen können. Die Bankexperten sind telefonisch erreichbar, per Videotelefon, Chat oder künftig auch per Co-Browsing - also das gemeinsame Surfen über eine besondere Software. Bislang war diese Samstagsarbeit unter einer Ausnahmeregelung erlaubt.

Die Samstagsarbeit basiert nach Angaben der Gewerkschaften auf Freiwilligkeit. Wer aus wichtigen privaten Gründen, wegen eines Ehrenamts oder aufgrund einer Weiterbildung nicht am Samstag arbeiten könne, habe die Möglichkeit, sich befreien zu lassen.

Zum Ausgleich für Samstagsarbeit verkürzt sich demnach die Arbeitszeit. Nach Angaben der Gewerkschaft der Finanzdienstleister erhalten die Mitarbeiter zudem ein Recht auf eine Vorruhestandsregelung.

Der Tarifabschluss mache deutlich, dass freie Samstagsarbeit "einen hohen Preis" habe und freie Wochenenden weiterhin einen "hohen Stellenwert" hätten, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duschek. Arbeitszeitverkürzung und Mitsprache bei Arbeitszeitgestaltung seien "gerade im Zuge der Digitalisierung wichtige tarifliche Zukunftsthemen". Die Deutsche Bank kommentierte die Einigung mit den Gewerkschaften nicht.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen