Sandra Maischberger am 5. April 2017: Bürger finden Deutschland ungerecht

Diskussionrunde bei Maischberger am Mittwochabend

Zum bereits zweiten Mal diskutierten Bürger bei Sandra Maischberger am Mittwochabend gemeinsam mit Politikern und Experten zum Thema „Millionär oder Minijobber: Ist Deutschland ungerecht?“

Das Ergebnis war ein vielfältiges Potpourri von Stimmen. Krankenpfleger, Schullehrer in Erwerbsminderungsrente, Reinigungsfachkräfte, aber auch Juristen und ein ehemaliger Obdachloser kamen zu Wort.

Den Abend zusammenfassend sagte eine Rentnerin gegen Ende der Talkshow: „Ich bin schon ganz wirr im Kopf“. So fühlte es sich auch als Zuschauer an. Dutzende Menschen kamen diesmal bei Maischberger zu Wort, so dass es schwer fiel den Überblick zu behalten. Wortbeiträge wurden gesammelt, verliefen im Sande und nicht auf alle wurde eingegangen.

Die Menschen sind unzufrieden

Die Diskussion verdeutlichte vor allem von Seiten der Bürger eines: In Deutschland geht es nicht gerecht zu, die einfachen Menschen sind unzufrieden.

Der Tenor des Abends:
„Es kann nicht sein, dass man einen Handwerksberuf hat und davon nicht leben kann“
„3000 Euro Rente pro Tag für Winterkorn sind ein No Go“
„Es gibt einfach Armut im Land, das muss man kapieren. Es ist nicht Grundsicherungm sondern
Grundverunsicherung.“
„Das ist so ein Hohn! Datt geht überhaupt nicht!“ (über den Mindestlohn)

Die eingeladenen Politiker hielten dagegen. Ralph Brinkhaus, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hielt sich mit Politikerfloskeln raus: „Deutschland ist gerecht, aber es ist an uns, es noch gerechter zu machen.“

Mehr Geld für Arbeitnehmer

Das meiste Fett weg bekam Katarina Barley, SPD-Generalsekretärin. Ein Mann meldete sich zu Wort und erklärte, er wolle die AfD wählen, damit der Mindestlohn auf 12 Euro erhöht würde. Da konnte Barley nur deutlich genervt mit den Augen rollen und ihm erklären, warum er da an der falschen Stelle sei. Maischberger konterte: „Das ist jetzt Populismus gegen Parteien.“ Barley wehrte sich gegen den AfD-Symphatisanten wie im Kindergarten: „Sie haben angefangen“. Überhaupt wirkten Barley (SPD) und Brinkhaus (CDU) die gesamte Sendung lang so, als würden sie nur ihr Parteiprogramm für die bevorstehende Bundestagswahl herunterleiern.

Bei Maischberger: Bürger diskutierten mit Politikern und Experten

Den wohl größten Applaus des Abends bekam ein Paar – er Krankenpfleger, sie Krankenschwester – die sich über die niedrigen Löhne in der Pflege beschwerten. „Pfleger müssen besser bezahlt werden, wir sind für Menschenleben verantwortlich!“ sagte die vierfache Mutter und erhielt viel Zuspruch. Ein Rentner hielt dagegen: „Es ist ihre Entscheidung, wenn sie so viele Kinder haben wollten“ und polterte „Jeder ist selbst für sich verantwortlich!“

Dann gab es da noch den Quoten-Obdachlosen, den Maischberger in die Sendung holte. Korrektur: den Ex-Obdachlosen. Thomas Moses verlor nach einem Schlaganfall seinen Job, seine Freundin und die Wohnung. Zehn Monate lebte er unter der Brücke weil er sich von seinem Gehalt in München keine Wohnung leisten konnte und das, obwohl er arbeitete. So traurig die Sache an sich auch ist, zumindest ist Moses’ Geschichte ein Beispiel mit positivem Ausgang. In Deutschland gibt es knapp eine halbe Million Obdachlose, von denen viele vielleicht nie die Straße verlassen werden. Warum sieht man nie einen von ihnen in solch illustren Talkrunden?

Kaum Lösungsvorschläge aber viel Gemecker

Fazit: Lösungsvorschläge wurden kaum diskutiert, sondern eher, wie es die Deutschen lieben, über den Status Quo gemeckert. Zuweilen fehlte der rote Faden und Maischberger hatte Mühe, die vielen verschiedenen Beiträge sinnvoll zu verknüpfen.

Fotos: ARDMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

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