Sankt Petersburg: Wladimir Putin wird den Anschlag für seine Zwecke nutzen

Es ist der perfekte Anlass, um die Nation zusammenzuschweißen und abzulenken.

In Russland wird zur Zeit alles Mögliche, auch der Terror, mit Korruption gleichgesetzt: Eine Oppositionszeitung machte überteuerte, aber nicht funktionierende Metalldetektorrahmen in der Petersburger Metro für die 14 Toten bei dem Bombenanschlag am Montag verantwortlich. Ihr Produzent soll im Gegensatz zur Konkurrenz eine Lizenz des Staatssicherheitsdienstes FSB besessen haben. Das riecht nach Schmiergeld.

Aber es ist dumm, zu glauben, 325 Detektorrahmen hätten die Petersburger Metro schützen können. Würden die Bedienungsmannschaften bei 2,7 Millionen Passagieren am Tag jeden Fahrgast mit Metall im Gepäck kontrollieren, der Betrieb kollabierte schlicht. Europa, auch Sankt Petersburg, muss sich daran gewöhnen, dass der Terror seinen zivilen Alltag ständig bedroht. Auch wenn Russland die EU propagandistisch bekriegt, trotz aller Ukraine-Sanktionen und Cyberattacken, der islamistische Terror ist ein Feind, den man gemeinsam bekämpfen sollte. Die Europäer sollten dabei allerdings mit den russischen Antiterrorstrategen sehr kritisch diskutieren.

Tote in der Provinz werden kaum beachtet

Jahrelang betrachtete die russische Öffentlichkeit den islamistischen Terror quasi vom Sofa aus. Das Staatsfernsehen zeigte, wie in Syrien die vaterländische Luftwaffe immer neue Siege gegen die Rebellen feierten. Und es nannte diese Rebellen sehr schnell „Terroristen“. Aber wie klug ist die russische Taktik wirklich, alle Ortschaften unter Kontrolle der „Terroristen“ mit Fassbombenteppichen zu belegen? Machen Assads Giftgasbombardements aus denen, die diese Bombardements überleben, tatsächlich friedliche...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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