Sarkozy entgeht zunächst Anklage wegen Spendenaffäre

Paris/Bordeaux (dapd). Nach einer eingehenden Befragung vor Gericht in Bordeaux wird gegen den französischen Ex-Präsident Nicolas Sarkozy zunächst keine Anklage wegen illegaler Wahlkampfspenden erhoben. Allerdings wurde der ehemalige Präsident am Donnerstag vom zuständigen Richter zum besonderen Zeugen ernannt. Im Verlauf des Verfahrens könne gegen den Ex-Präsidenten jedoch noch Anklage erhoben werden, bestätigte Staatsanwalt Claude Laplaud der Nachrichtenagentur Sipa am Mittwochabend. Sarkozy verließ das Gerichtsgebäude kurz vor 22.00 Uhr nach dem zwölfstündigen Verhör zusammen mit seinem Anwalt.

Dem konservativen Politiker wird vorgeworfen, die Schwäche seiner mutmaßlichen Spenderin, der 90-jährigen L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt, ausgenutzt zu haben. Außerdem soll er versucht haben, in der Affäre auf einen Staatsanwalt Einfluss zu nehmen.

Sarkozy steht unter dem Verdacht, für seinen Präsidentschaftswahlkampf 2007 hohe Summen von Bettencourt erhalten zu haben. Die reichste Frau Frankreichs war damals allerdings schon für nicht mehr voll zurechnungsfähig erklärt worden.

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