Sasha ist der Dino! "The Masked Singer"-Sieger entschuldigt sich für "Hardcore-Lüge"

Jürgen Winzer
·Lesedauer: 5 Min.
Tierischer Sieger! Sasha steckte im Kostüm des Dinos! Er ist der Sieger der vierten Staffel von "The Masked Singer". (Bild: ProSieben/Willi Weber)
Tierischer Sieger! Sasha steckte im Kostüm des Dinos! Er ist der Sieger der vierten Staffel von "The Masked Singer". (Bild: ProSieben/Willi Weber)

Von wegen ausgestorben! Der Dinosaurier gewann die vierte Staffel von "The Masked Singer" im Finalduell gegen die Leopardin. Im Kostüm des Dinos steckte Sänger Sasha. Der Sieger war glücklich - und traurig zugleich. Und kroch bei einem Freund zu Kreuze ...

"Mega Show. Mega Sieger. Ich freu mich auf die nächste Staffel!" Weil diese Meinung eines Instagram-Fans durchaus mehrheitsfähig ist, können sich die Macher von "The Masked Singer" (ProSieben) durchaus mal gegenseitig auf die Schulter klopfen. Die vierte Staffel bot erstklassige Unterhaltung und teilweise grandiose Leistungen - keine Spur von Ermüdungserscheinungen. Schon gar nicht bei Sänger Sasha - der gewann nämlich als hochenergetischer Dino das Finale gegen Leopardin Cassandra Steen. Ross Antony flatterte als Flamingo auf Platz drei, die Schildkröte alias Thomas Anders wurde Vierter.

Ausgerechnet im Finale gab es bei den Maskierungen keine Überraschungen. Klar, man hofft ja bis zum Schluss, dass da noch ein völlig unerwarteter Promi aus dem Hut beziehungsweise aus der Maske gezaubert wird (wie etwa Franziska van Almsick als Einhorn, "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers als Küken oder Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein als Schwein). Aber die akustische Beweislast und die Einschätzung der Fans war schon erdrückend. Die letztlich Demaskierten waren allesamt seit Wochen die Hauptverdächtigen. Thomas Anders wurde von 85,9 Prozent der Abstimmenden als Schildkröte vermutet, Ross Antony von 69,5 Prozent als Flamingo, Cassandra Steen von immerhin 51,5 Prozent als Leopardin, und für 71,5 Prozent der Fans stand Sasha als Dino fest.

Aber auch ohne Überraschungen war es, wie Ruth Moschner aus dem Rateteam zurecht bemerkte, eines "der besten Finals ever."

Im Finale knapp unterlegen: Sängerin Cassandra Steen musste sich als Leopardin dem Dino knapp geschlagen geben. (Bild: ProSieben/Willi Weber)
Im Finale knapp unterlegen: Sängerin Cassandra Steen musste sich als Leopardin dem Dino knapp geschlagen geben. (Bild: ProSieben/Willi Weber)

"The Masked Singer" (ProSieben): Der Flamingo ist "Sieger der Herzen"

Diese Show ist (wenn man mit einem Werbeblock pro vorgetragenem Lied - also neun - leben kann, was sogar Ratemitglied Rea Garvey schwer fiel) eine pure farbenfrohe Freude. Das versinnbildlichte am besten Ross Antony als Flamingo. Erst war er bei seinem Erstrundensong "You Are The Reason" (Calum Scott) so emotional, das nicht nur Ruth Moschner sondern er selbst hörbar hinter der Maske schluchzte. Als er dann in die zweite Runde gewählt wurde, flippte er völlig aus und rannte wie ein aufgeschreckter Vogel Strauß über die Bühne. Eine pure Freude, der Mann. Ein typischer Sieger der Herzen. Das erkannten auch die Fans im Netz: "So ein sympathischer, lieber, verrückter, kleiner Kerl."

"Ich habe jede Minute genossen. Tausend Dank, es war so schön", dankte Ross dem Publikum, aber auch den Showmachern: "Ihr habt mit dieser Show das letzte anstrengende Jahr verschönert."

Natürlich kann man auch kritisieren. Schade ist es in der Tat, dass bei diesem "Ball der singenden Masken" letztlich halt doch die Profisänger gewinnen, obwohl Moderator Matthias Opdenhövel nicht müde wird zu erwähnen, dass es "um Gesamteindruck und die ganze Performance" geht. Auf Max Mutzke (Astronaut), Tom Beck (Faultier) und Sarah Lombardi (Skelett) folgte aber Sasha, wie alle seine drei Mitfinalisten ein Vollblutsänger.

Joko Winterscheidt ("Ich bin enttäuscht, dass ich nicht der Monstronaut war!") verstärkte Ruth Moschner und Rea Garvey am Ratepult. (Bild: ProSieben/Willi Weber)
Joko Winterscheidt ("Ich bin enttäuscht, dass ich nicht der Monstronaut war!") verstärkte Ruth Moschner und Rea Garvey am Ratepult. (Bild: ProSieben/Willi Weber)

Erleichterung bei Dieter Bohlen? Thomas Anders wird "nur" Vierter

Aber sie schenkten den Zuschauern wahrlich faszinierende Momente. Die Leopardin entlockte Rea Garvey regelrechte Liebeserklärungen. "Egal, wer du bist: I love you!" Die Raubkatze machte es den Ratern bis zum Schluss schwer. Neben Cassandra Steen wurden auch Juliette Schoppmann, Vanessa Petruo (Ex-No Angels) und sogar Judith Williams genannt. Deshalb staunten auch alle, als sich Rategast Joko Winterscheidt ("Ich bin enttäuscht, dass ich nicht der Monstronaut war") gleich nach dem ersten Song festlegte: "Ich weiß, wer der Leopard ist: Das ist Sabine, unsere Reinigungsfrau bei Circus HalliGalli!" Brüller!

Für viele galt die Leopardin als Favoritin. Aber auch die Schildkröte lag lange hoch im Kurs. Nach einer schon durchwachseneren Peformance im Halbfinale, griff der Kröterich diesmal bei der Songauswahl daneben. "Adventure Of A Lifetime" (Coldplay) passte einfach nicht und wurde zum letzten Abenteuer; die Kröte musste als erster Finalist die Maske fallen lassen. Als Thomas Anders zum Vorschein kam, rumpelte es im Studio. Waren das die Steine, die im fernen Tötensen Dieter Bohlen vom Herzchen plumpsten? Der Pop-Titan hat's ja derzeit schwer genug. Nicht auszudenken, wenn ihm auch noch sein Ex-Modern-Talking-Partner mit einem Sieg bei "The Masked Singer" in die Parade gefahren wäre.

Welch ein Opening! Die zehn Masken der vierten Staffel sangen gemeinsam "Fix You" (Coldplay) und stimmTen auf einen wunderbaren Abend ein. (Bild: ProSieben/Willi Weber)
Welch ein Opening! Die zehn Masken der vierten Staffel sangen gemeinsam "Fix You" (Coldplay) und stimmTen auf einen wunderbaren Abend ein. (Bild: ProSieben/Willi Weber)

Rea Garvey spielt beleidigt: "Zweimal ins Knie geschossen"

"Du hast es geschafft, Eisenzähnchen", strahlte Matthias Opdenhövel mit dem Siegerdino. Der freute sich tierisch (sic!) und entschuldigte sich postwendend. "Das Schlimmste war, dasss ich meinen Freund Rea so hardcore anlügen musste." Rea hatte noch in der zweiten Show gesagt, der Dino klinge zwar wie Sasha, das "würde der mir aber nicht antun". Tat er doch. Rea: "Das ist schon enttäuschend, dass einer deiner besten Freunde mitmacht, und du weißt von nix." Joko goss Essig in die Wunde: "Und du durftest ja nicht mal die Buddy-Indizien sprechen." Rea: "Stimmt, zweimal ins Knie geschossen." Aber er strahlte und jubelte ("Go Dino, go!"), als sein best Buddy siegte.

Matthias Opdenhövel verabschiedete alle Spalier stehenden Masken der Staffel plus Vorjahressiegerin Sarah "Skelett" Lombardi, die dem Dino den Pokal überreichte, in den Konfettiregen der Siegerparty - und die Zuschauer daheim: "Tschüss, wir freuen uns auf die nächste Staffel im Herbst."

Das Schöne: Er hat absolut Recht. Und vielleicht hat dann ja auch der meistgenannte Promiverdächtige Zeit: Angela Merkel. Die Kanzlerin wird bei jeder Maske als Verdächtiger vermutet, im Falle der Schildkröte lag sie sogar (mit 4,3 Prozent der Stimmen) hinter Thomas Anders auf Platz zwei. Und nach dem 26. September hätte die "Angie" ja mehr Zeit als jetzt.

Zu Tränen gerührt: Der Flamingo sang "You Are The Reason" (Calum Scott) und schluchzte selbst hörbar unter der Maske. (Bild: ProSieben/Willi Weber)
Zu Tränen gerührt: Der Flamingo sang "You Are The Reason" (Calum Scott) und schluchzte selbst hörbar unter der Maske. (Bild: ProSieben/Willi Weber)