Satoka: Schwarzmeer-Urlaubshotels zerstört

Satoka: Schwarzmeer-Urlaubshotels zerstört

Na, wär' das was für den Sommerurlaub? Strand, Sonne, Unterhaltung für die Familie? Hotel mit Pool? All das am Schwarzen Meer.

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Zu spät. Das Hotel „Kolos“ in Satoka im ukrainischen Oblast Odessa ist nur noch Schutt und Asche.

Am Montag, dem 9. Mai, pulverisierte eine russische Rakete mehrere Hotels.

Alexei Umanets, Staatsanwalt aus Odessa am Tatort:

"Laut unseren Experten handelt es sich um einen Marschflugkörper aus der Sowjetzeit, gefüllt mit mindestens einer Tonne Sprengstoff. Deshalb ist der Schaden enorm. Es gibt keinen Grund, diese Art von Waffe in einem Touristen-Gebiet einzusetzen."

Tamara Kuztetsova, Managerin des Hotels "Kolos":

„Hier gab es nie ukrainische Soldaten oder strategische militärische Ziele, es ist nur ein Ort, an dem Menschen zur Ruhe kommen. Ich verstehe nicht, warum die Russen uns ins Visier genommen haben.“

Und auch der Hotelbesitzer versteht die Welt nicht mehr.

Georgy Grigorovitch, Besitzer des Hotels "Kolos":

"Wir hatten viele russische Gäste, Belarussen - Stammgäste, die kamen, um sich bei uns zu entspannen. Es gab keine Nazi- oder Faschistengeschichten, alles war in Ordnung."

STRATEGISCH WICHTIGE SATOKA-BRÜCKE

Russische Streitkräfte hatten Ende April eine strategisch wichtige Eisenbahn- und Straßen-Brücke westlich von Odessa schwer beschädigt (ukrainische Nachrichtenagentur "Ukrinform"), die sogenannten Satoka-Brücke an der Mündung des Dnister in das Schwarze Meer. Der westliche Teil der Region Odessa ist demnach seit der Beschädigung nur noch über moldawisches Straßengebiet auf dem Landweg zu erreichen.

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung sei die Unterbrechung der Eisenbahnverbindung zwischen Odessa und den ukrainischen Donauhäfen Ismajil, Reni und Kilija. Satoka gehört verwaltungstechnisch zur Stadt Bilhorod-Dnistrowskyj und liegt südöstlich der Stadt auf einer schmalen Nehrung zwischen dem Dnister-Liman und dem Schwarzen Meer. 1955 wurde eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke anstatt der vorher schon bestehenden Holz- und Pontonbrücken errichtet und die Eisenbahnstrecke von Odessa nach Ismajil (Oblast Odessa) und Basarabeasca (Republik Moldau) wieder eröffnet.

MENSCHENRECHTSRAT

Ermittler der UN sammeln in der Ukraine Beweise für Kriegsverbrechen, etwa den gezielten Beschuss von Zivilisten oder Misshandlungen von Kriegsgefangenen.

In einer Sondersitzung zur Ukraine (12.05.2022) hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen die von Experten dokumentierten Gräueltaten in russisch besetzten Gebieten verurteilt. Für die Resolution stimmten 33 der 47 Mitgliedsländer. Nur China und Eritrea waren dagegen. Zwölf Staaten enthielten sich der Stimme. Russland war im April aus dem Menschenrechtsrat ausgeschlossen worden.

su mit FRFT

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