Saudi-Arabiens Kronprinz schmiedet eine unheimliche Allianz — sie könnte die Welt schon bald ins Chaos stürzen

Business Insider Deutschland
Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman auf dem Weg zu einem Treffen mit der britischen Premierministerin Theresa May in London (Archivbild)

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman al Saud, Spitzname MBS, weiß, wie er sich in die Schlagzeilen bringt. „Ich glaube, dass die Palästinenser und die Israelis ein Recht auf ihr eigenes Land haben“, erklärte er in einem Interview mit dem US-Magazin „The Atlantic“.

Ein wahhabitisch-saudischer Machthaber, der den Juden das Recht auf einen eigenen Staat zuspricht; das ist für viele im Westen noch immer eine Sensation. Revolutionär sei die Aussage aber nicht, sagt Ulrike Freitag, Direktorin am Leibniz-Zentrum Moderner Orient, im Gespräch mit Business Insider: „Schon 2002 sprachen sich Saudi-Arabien und die Arabische Liga dafür aus, einen israelischen Staat unter bestimmten Bedingungen anzuerkennen.“

Was der 32-jährige Bin Salman zu Saudi-Arabiens Erzfeind Iran zu sagen hatte, ging in dem Trubel fast unter. Dabei haben es seine Bemerkungen in sich. Bin Salman verglich den religiösen Führer des Landes, Ali Chamenei, mit Adolf Hitler. Er glaube, dass Chamenei Hitler gut aussehen lasse, sagte er. „Hitler versuchte, Europa zu erobern“, erklärte Bin Salman. „[Chamenei] dagegen versucht, die Welt zu erobern.“

Saudi-Arabien fürchtet den Iran

Saudi-Arabiens aufstrebender Machthaber will den Iran stoppen. Vorerst mit politischen und wirtschaftlichen Mitteln. „Wir wollen einen Krieg vermeiden“, sagte er. Ganz ausschließen möchte er ihn aber auch nicht. Bin Salman will eine Allianz schmieden: mit der Supermacht USA an der Spitze, mit sunnitisch dominierten Golfstaaten, mit Ägypten, mit Israel. Sie alle eint der gemeinsame Feind Iran. Sie alle sind entschiedene Gegner des Iran-Atomabkommens. Geradezu düster hört sich die Analyse des Nahost-Experten Juan Cole an, der an der University of Michigan lehrt. „Was MBS verspricht, ist mehr Krieg und mehr Kriegslust“, schreibt er in einem Beitrag auf seinem Blog „Informed Comment“.

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