Saugwürmer an Badeseen: Was man über Zerkarien wissen sollte

·Freie Autorin

Wenn die Temperaturen steigen, fühlen nicht nur wir uns in Badeseen besonders wohl, sondern leider auch winzige Parasiten namens Zerkarien - kleine Saugwürmer, die sich in die Haut bohren. Die sind zwar meist ungefährlich, aber äußerst lästig, und bisweilen ist auch ein Arztbesuch nötig. Alle Infos über Zerkarien.

Am Badesee lauern Zerkarien, die einen fiesen Juckreiz auslösen können (Symbolbild: Getty Images)
Am Badesee lauern Zerkarien, die einen fiesen Juckreiz auslösen können (Symbolbild: Getty Images)

Was sind Zerkarien?

Genauer gesagt handelt es sich bei Zerkarien um die Larven von Saugwürmern, die sich bei sommerlichen Wassertemperaturen vermehren, und das immer öfter auch an deutschen Badeseen. Diese Saugwürmer haben einen komplexen Entwicklungszyklus mit mehreren Wirten. Nach dem Schlüpfen setzen sie sich in Süßwasserschnecken als Zwischenwirt fest, bis sie das Larvenstadium erreicht haben.

Als solche Zerkarien brauchen sie einen Endwirt. In aller Regel sind das Wasservögel, doch auch vor Menschen machen sie nicht Halt, wenn keine anderen brauchbaren Organismen zu finden sind.

Bade-Dermatitis: Die Folgen von Zerkarien für den Menschen

Während Zerkarien Wasservögeln durchaus gefährlich werden können, verhindert das Immunsystem des Menschen recht effektiv, dass die Larven sich zu ausgewachsenen Saugwürmern entwickeln. Die Organe erreichen sie demnach nicht, bohren sich aber in die Haut ein, wo sie einen fiesen Ausschlag mit heftigem Juckreiz auslösen können.

Was hilft gegen Mückenstiche - und wann sollte man zum Arzt?

Bade-Dermatitis nennt sich dieser Ausschlag, der starken Juckreiz und rote Quaddeln mit sich bringt. Durch die Immunabwehr des Körpers kann auch vorübergehend Fieber auftreten. Wie lange der Ausschlag anhält, variiert. Bei den einen klingt er schon nach wenigen Stunden ab, andere müssen sich bis zu 20 Tage mit dem Juckreiz herumschlagen.

Bade-Dermatitis: Wann man bei Zerkarien-Befall zum Arzt sollte

Meist ist der Befall - wenn auch nervig - ungefährlich und klingt nach spätestens 20 Tagen ab. In der Apotheke gibt es bei Bedarf lindernde Salben gegen das Jucken. Bei hohem Fieber oder starkem Juckreiz sollte dennoch ein Hautarzt aufgesucht werden. Bei anhaltendem Juckreiz besteht zudem stets die Gefahr, sich aufzukratzen, was zu Entzündungen führen kann. Bevor es dazu kommt, solte der Weg ebenfalls zum Arzt oder Apotheker führen.

Besonders im flachen Wasser können Zerkarien lauern, weswegen Kinder gefährdeter sind (Symbolbild: Getty Images)
Besonders im flachen Wasser können Zerkarien lauern, weswegen Kinder tendenziell gefährdeter sind (Symbolbild: Getty Images)

Zerkarien: Welche Badeseen in Deutschland sind betroffen?

Mindestens 20 Grad sollte das Wasser eines Süßwassersees haben, damit sich Zerkarien darin festsetzen können, doch wohler fühlen sie sich bei Temperaturen zwischen 26 und 28 Grad. Im Sommer - vor allem im Juli und August - sind sie also an deutschen Badeseen zu finden, und zwar sowohl in Süd- als auch Norddeutschland.

2022 wurden in Berlin bereits Warnungen für Zerkarien herausgegeben. Wo sie sich sonst noch tummeln, weiß man meist leider erst, wenn die ersten Badegäste befallen sind: Vorher fallen die winzigen Organismen nicht auf.

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Da Zerkarien sich vor allem im flachen Wasser aufhalten, sind Kinder in der Regel gefährdeter als Erwachsene. Auch Bereiche, die stark mit Wasserpflanzen bewachsen sind, beherbergen in befallenen Gewässern meist größere Mengen an Zerkarien.

Wie man einer Zerkarien-Infektion vorbeugen kann

Dennoch lohnt es sich, sich vor dem Besuch des Badesees zu informieren, ob ein Zerkarien-Befall gemeldet ist. Ansonsten gibt es einige Maßnahmen, mit denen man das Risiko senken kann, sich beim Baden Zerkarien einzufangen:

  • Nach dem Schwimmen sofort mit einem Handtuch abtrocknen

  • Nach dem Schwimmen die Badesachen wechseln

  • Längeres Baden in flachem Wasser vermeiden

  • Längeres Baden in stark bewachsenem Wasser vermeiden

  • Bevorzugt in tieferen oder leicht strömenden Bereichen schwimmen

  • Nicht in den frühen Morgenstunden im See baden

Was dagegen wenig bringt, ist sofortiges Abduschen nach dem Schwimmen: Dem Landesgesundheitsamt Niedersachsen zufolge begünstigt dies das Überleben der Zerkarien eher noch. Was sie hingegen nicht mögen, ist Trockenheit. Am See Badesachen zum Wechseln und ein Extra-Handtuch dabei zu haben, kann also nicht schaden.

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