Schäuble zu Brexit: Für Briten «keine Rechte ohne Pflichten»

«Wir dürfen uns nicht teilen lassen, sondern müssen einig sein in den Gesprächen mit der Regierung in London», fordert Schäuble. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) plädiert für eine konsequente Haltung bei den Austrittsverhandlungen der EU mit Großbritannien. «Wir wollen die Briten nah bei uns haben, aber es gibt keine Rechte ohne Pflichten», sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

«Das wird ein Lernprozess sein, auch und gerade für die Briten. Sie haben ihren großen Finanzplatz in London, aber sie werden den Zugang zum EU-Markt nicht wie gewohnt behalten, wenn sie nicht auch die Regeln des europäischen Raumes akzeptieren.»

Von den übrigen 27 EU-Mitgliedern forderte Schäuble Geschlossenheit. Man werde versuchen, «die verschiedenen EU-Staaten mit ihren speziellen Interessen gegeneinander auszuspielen». Das gelte auch für Deutschland mit seinen großen Automobilproduzenten und anderen Exporteuren. «Aber wir dürfen uns nicht teilen lassen, sondern müssen einig sein in den Gesprächen mit der Regierung in London», forderte der CDU-Politiker.

Großbritannien hatte am Mittwoch offiziell sein Austrittsgesuch bei der EU eingereicht. EU-Ratspräsident Donald Tusk will heute einen ersten Einblick in die EU-Leitlinien für die Brexit-Verhandlungen geben. Ein Austrittsabkommen muss bis März 2019 ausgehandelt und ratifiziert sein.

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