Schüsse in der Maxvorstadt - Gerichtsprozess: Drei Schüsse aus Eifersucht

Sophie Burfeind

Am Landgericht beginnt der Prozess gegen Hassan A. Er hatte den Freund seiner Frau attackiert.

Irgendwann reicht es dem Staatsanwalt. Er steht auf und ruft: "Sie lügen uns die ganze Zeit an! Wenn Sie so weitermachen, sind Sie der erste Geschädigte mit vier Kugeln im Bauch, den ich festnehmen lassen muss." Dann zitiert er aus einem Chatprotokoll: Ich will ein Baby von dir! Ich liebe dich! Du bist die Liebe meines Lebens. Er schaut den Angeklagten an: "Und Sie wollen uns weismachen, dass Sie kein Liebespaar waren?"

Es ist der erste Prozesstag vor dem Landgericht, jeder Platz in dem kleinen Gerichtssaal ist besetzt. Es ist eine zähe Verhandlung, der Vorsitzende Richter muss seine Fragen an das Opfer manchmal sieben Mal wiederholen, der 25-jährige Kamil S. (Name geändert) antwortet jedes Mal anders. Nur in einem wiederholt er sich: Eine Liebesbeziehung mit seiner Nichte Lailan A. habe er nicht gehabt. "Wir sind doch verwandt".

Dabei war eben diese Liebesbeziehung des 25-Jährigen mit der gleichaltrigen Lailan A. der Auslöser für das Eifersuchtsdrama im vergangenen April – das er nur knapp überlebte.

Streit um Sorgerecht als Auslöser?

Aber von Anfang an. Es war der 19. April 2016, am Nachmittag traf der Angeklagte Hassan A. (42) in der Zentnerstraße auf den neuen Freund (und Onkel) seiner Frau Lailan A. Das Ehepaar lebte getrennt, beide hatten in der Straße zeitlich versetzt einen Termin bei einer Gutachterin.
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