Schädliche Vorschläge für Nutzer mit Essstörung: Instagram macht "Fehler" rückgängig

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 2 Min.

Instagram hat einen "Fehler" in einer neuen Funktion eingeräumt. Durch ihn waren Nutzern mit Essstörungen schädliche Suchbegriffe vorgeschlagen worden.

SPAIN - 2021/03/29: In this photo illustration, the Instagram app in App Store seen displayed on a smartphone screen and a Instagram logo in the background. (Photo Illustration by Thiago Prudencio/SOPA Images/LightRocket via Getty Images)
Bild: Thiago Prudencio/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

Mit dieser Auswirkung einer neuen Funktion sorgte Instagram für reichlich Unmut: Betroffenen Nutzern hatte die App beim Klicken auf die Suchleiste Begriffe vorgeschlagen, die aus Kritikersicht ihre Essstörung fördern. Nun hat das soziale Netzwerk den "Fehler" rückgängig gemacht.

Instagram hat die Suchfunktion der Anwendung dahin gehend geändert, dass Nutzer schneller und leichter die Inhalte finden, für die sie sich interessieren. Indem sie schon auf die Suchleiste klicken, schlägt der Algorithmus ihnen die Begriffe vor, die sie suchen könnten.

Fehler im System

Allerdings hatte das System auch Inhalte vorgeschlagen, die für Menschen mit Essstörungen schädlich sein konnten. Zum Beispiel wurden ihnen Begriffe wie "Appetitzügler" und "fasten" angezeigt, wie BBC berichtet. Das sei insofern ein Problem, meinten Kritiker, als Betroffene etwa einen Rückfall erleiden könnten.

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Diese Kehrseite des neuen Features hat ein Sprecher von Facebook, dem Mutterkonzern von Instagram, als "Fehler" bezeichnet. "Diese Vorschläge sowie die Suchergebnisse selbst beschränken sich auf allgemeine Interessen", sagte er der BBC, "und Gewichtsverlust sollte nicht eine von ihnen gewesen sein."

Als Konsequenz habe man das Problem am vergangenen Montag behoben.

Hands tied with tapeline on empty plate, girl obsessed with counting calories
Hat Instagram einen schädlichen Einfluss auf Menschen, die an Essstörung leiden? (Symbolbild: Getty Images)

Problem nicht vom Tisch?

Aber auch unabhängig von diesem speziellen Problem wird Instagram immer wieder vorgeworfen, von Essstörung betroffene Nutzer permanent mit schädlichen Inhalten zu konfrontieren. Zwar versichert der Plattform-Betreiber, alle Beiträge zu entfernen, die Essstörung förderten und verherrlichten. Trotzdem kommt es immer wieder zu Beschwerden.

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BBC zitiert in dem Zusammenhang eine Instagram-Nutzerin: "Wenn ich die App benutze", sagt die junge Frau, "werden mir oft Dinge wie Kalorienzähler und Diätmethoden angezeigt." Betroffene suchten auf Instagram Unterstützung, fügt sie hinzu, stattdessen werfe die Plattform "schädliche Sachen" auf sie.

Nach Ansicht von Hope Virgo, einer Aktivistin für Essstörungen, wird das Problem auf der Plattform immer schlimmer. "Gefährdete Personen werden mit diesen Inhalten überschwemmt, ohne dass sie aktiv danach suchen", sagt sie laut BBC. Instagram soll die Inhalte entfernen und stattdessen "gesunde Botschaften" vermitteln.

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