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Schalke nennt WM "historischen Fehler"

Der FC Schalke 04 geht kurz vor der WM in Katar mit einer deutlichen Botschaft an die Öffentlichkeit. Auch vom DFB fordert der Bundesligist eine klare Haltung.

Die Schalker Fans zeigten beim Spiel gegen Bayern bereits deutlich, was sie von dem Turnier in Katar halten. (Bild: REUTERS/Wolfgang Rattay)
Die Schalker Fans zeigten beim Spiel gegen Bayern bereits deutlich, was sie von dem Turnier in Katar halten. (Bild: REUTERS/Wolfgang Rattay) (Wolfgang Rattay / reuters)

Das Hashtag lautete #MenschenSindWichtiger. Worauf es sich bezog, dürfte jedem klar sein. Der FC Schalke kritisiert Zustände in Katar und die Austragung der Fußballweltmeisterschaft. Die Vergabe an der Golfstaat bezeichnet der Verein in einem Statement gar als "historischen Fehler in der Geschichte des Fußballs". Auf Twitter teilte der Verein seine deutliche Message.

Daraus zieht der Bundesligist Konsequenzen. Man wolle Schalke lediglich "kurz und nachrichtlich" über die Auftritte des Schalker Innenverteidigers Maya Yoshida berichten, der mit Japan in der deutschen WM-Gruppe E bei der WM antritt.

In dem längeren Statement auf der Vereins-Homepage fordert Schalke zudem, dass der DFB die Öffentlichkeit während der WM "sinnvoll einsetzt". Was man sich bei den "Knappen" darunter vorstellt, zeigen sie selbst während des Turniers. Diese Zeit will Schalke dazu nutzen, auf Themen aufmerksam zu machen, "die der Verein für unterstützenswerter als die Weltmeisterschaft hält".

Knäbel "muss" WM-Spiele schauen

Gegenüber der dpa sagte Sportvorstand Peter Knäbel, er werde die WM dennoch aus beruflichen Gründen verfolgen: "Nicht hinzugucken, wenn die weltbesten Spieler spielen, ist in meinem Beruf nicht möglich. Mein Verzicht ist es, dass ich nicht nach Katar fahre." Er müsse als Fachmann zwar seine Hausaufgaben machen, stehe aber "zu hundert Prozent" hinter dem Statement des Vereins. Dies endet mit einer deutlichen Ansage: "Den Menschen, die in Katar benachteiligt und unterdrückt werden, stehen wir in Solidarität zur Seite und hoffen, dass unsere Positionierung ihre Zukunft nachhaltig verbessert. Denn Menschen sind wichtiger als die WM."

Im Video: Live im dänischen Fernsehen: Reporter in Katar von Sicherheitskräften bedroht