Scharfe Kritik an millionenschweren Abfindungen für Deutsche-Bank-Vorstände

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt am Main

Die Abfindungen für drei scheidende Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank im Zuge des großangelegten Konzernumbaus stoßen auf scharfe Kritik bei der Bürgerbewegung Finanzwende. Dass der Umbauplan mit millionenschweren Abfindungen einhergehe, sei "absolut unangemessen", erklärte Finanzwende-Vorstand Gerhard Schick am Mittwoch. "Goldene Fallschirme für die erfolglosen Manager und Jobverluste für Tausende von Mitarbeitern - da passt etwas nicht zusammen."

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hatte am Sonntag eine umfassende Neuaufstellung des Konzerns beschlossen. Vorgesehen ist dabei auch der Rückzug aus dem weltweiten Aktienhandel. Im Zuge dessen sollen bis 2022 rund 18.000 Stellen wegfallen - bereits am Montag erhielten die ersten betroffenen Mitarbeiter ihre Kündigungen.

Den Konzern verlassen auch drei Vorstandsmitglieder: Der Chef der Unternehmens- und Investmentbank, Garth Ritchie, die für Regulierung zuständige Sylvie Matherat und der bisherige Chef der Privat- und Firmenkundenbank, Frank Strauß. Dem "Handelsblatt" zufolge erhalten die drei insgesamt 26 Millionen Euro.

Die Regeln der Deutschen Bank für vorzeitig ausscheidende Vorstände besagen laut dem Geschäftsbericht des Unternehmens, dass die Abfindung "in der Regel zwei Jahresvergütungen" beträgt und sich "auf die Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrages beschränkt".

Laut "Handelsblatt" geht es hierbei um die gesamten Leistungen bei einem vorzeitigen Ausscheiden - also um Abfindung und die sogenannte Karenzentschädigung für die Zeit, in der es nicht gestattet ist, bei einem Wettbewerber anzuheuern.

Auf Basis dieser Regeln stehe Ritchie eine Zahlung von rund elf Millionen Euro zu, Matherat käme auf rund neun Millionen Euro und Strauß wegen der geringen Restlaufzeit seines Vertrags auf rund sechs Millionen Euro, schrieb die Zeitung. Die Bank wollte die Zahlen demnach nicht kommentieren.

Schick kritisierte, die Verträge seien eine "Win-win-Angelegenheit für die Manager: Wenn es gut läuft, verdienen sie Millionen und wenn es schlecht läuft, auch". Der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete hatte die Bürgerbewegung Finanzwende im vergangenen Jahr mit dem Ziel ins Leben gerufen, Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen und sich für ein nachhaltiges und stabiles Finanzsystem einzusetzen, das die Interessen von Privatpersonen schützt.