Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher: Volker Lechtenbrink ist tot

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Volker Lechtenbrink hatte viele Talente. Am Montag verstarb der Schauspieler, Sänger und Synchronsprecher im Alter von 77 Jahren. (Bild: Getty Images/Tristar Media)
Volker Lechtenbrink hatte viele Talente. Am Montag verstarb der Schauspieler, Sänger und Synchronsprecher im Alter von 77 Jahren. (Bild: Getty Images/Tristar Media)

Schauspieler Volker Lechtenbrink stellte sein Talent in unzähligen Theater- und TV-Rollen unter Beweis - unter anderem in "Die Brücke". Zudem war Lechtenbrink als Sänger und Synchronsprecher aktiv. Am Montag verstarb das Multitalent im Kreise seiner Familie.

Er galt als Inbegriff eines Multitalents: Volker Lechtenbrink zeigte seine Wandelbarkeit als Schauspieler, Sänger, Sprecher und Intendant. Am Montag verstarb Lechtenbrink im Alter von 77-Jahren, eine Mitteilung seiner Agentur sowie das Ernst-Deutsch-Theater bestätigten seinen Tod nach einer schweren Krankheit. Lechtenbrink, der in fünfter Ehe verheiratet war und einen Sohn und zwei Töchter aus früheren Beziehungen hinterlässt, verstarb im Kreise seiner Familie.

Bereits als Jugendlicher stand Volker Lechtenbrink vor der Kamera, die markant rauchige Stimme zählte zu seinen Markenzeichen. Schon als Achtjährige war Lechtenbrink im NDR-Kinderfunk zu hören. Nur zwei Jahre später stand er erstmals auf der Bühne und spielte in einem Weihnachtsmärchen des Deutschen Schauspielhauses. Deutschlandweit bekannt wurde der in Ostpreußen geborene Schauspieler schließlich durch den von Bernhard Wicki inszenierten Antikriegsfilm "Die Brücke". Seine Rolle war die des Klaus Hager, der im Drama zu den sieben Jungen gehört, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs eine Brücke verteidigen sollen - eine sinnlose Mission.

Später spielte er in ganz Deutschland in Theatern: In Hannover war er vier Jahre lang Teil des Ensembles, aber auch in Köln, Berlin, München und Hamburg stand er auf der Bühne. Von 1969 bis 1983 war Lechtenbrink festes Ensemblemitglied im Deutschen Schauspielhaus und nahm auch auf dem Regiestuhl Platz.

"Die Brücke" von Berhard Wicki machte Volker Lechtenbrink deutschlandweit bekannt. (Bild: ullstein bild / ullstein bild via Getty Images)
"Die Brücke" von Berhard Wicki machte Volker Lechtenbrink deutschlandweit bekannt. (Bild: ullstein bild / ullstein bild via Getty Images)

Synchronstimme von Kris Kristofferson und Burt Reynolds

Hinzu kamen diverse Auftritte im Fernsehen, egal ob in der Hauptrolle oder in der Gastrolle - etwa in "Derrick", "In aller Freundschaft" sowie "Ein Fall für zwei". Mit nur 26 Jahren konnte er auf die Erfahrung von rund 60 Bühnen- und 50-Fernsehrollen zurückblicken. "Ich habe alles gespielt: vom Mörder bis zum Liebhaber, vom Verbrecher bis zum Komiker", erklärte er in einem Interview zum 70. Geburtstag. Seine letzten Auftritte absolvierte Volker Lechtenbrink 2019 in der Anarcho-Comedyserie "Jerks" und 2020 im Fernsehfilm "Viele Kühe und ein schwarzes Schaf".

Seine Karriere als Musiker und Moderator begründete Lechtenbrink in den 70-ern - auch hier profitierte er von seiner unverwechselbaren Stimme. Selbige lieh er als Synchronsprecher unter anderem Kris Kristofferson und Burt Reynolds. 1995 wurde er Intendant bei den Bad Hersfelder Festspielen, ab 2004 übernahm er drei Jahre lang die Leitung des Hamburger Ernst-Deutsch-Theaters.

Im August 2021 wurde er von diesem Theater mit dem Gustaf-Gründgens-Preis ausgezeichnet, der Hamburger Persönlichkeiten verliehen wird. Er habe "mit seinem Wirken die Theaterszene in Hamburg und im gesamten deutschsprachigen Raum geprägt", hieß es in der Begründung. "Sein Schaffen für die Welt des Theaters ist immer mit seinem unbeugsamen Eintreten für Menschlichkeit verbunden", hieß es ebenfalls zur Ehrung. Hamburg bezeichnete Lechtenbrink als seine Heimatstadt.

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