Scheidender Direktor: Die letzten Tage des Claus Peymann am Berliner Ensemble

Abschied am Berliner Ensemble: Nach 18 Jahren verlässt der Direktor das Haus am Schiffbauerdamm. Vermächtnis wiegt fast fünf Kilogramm.

"Die Nachwelt flicht dem Mimen keine Kränze …", heißt es in Friedrich Schillers "Wallenstein". Claus Peymann ist zwar weniger als Schauspieler berühmt und berüchtigt – auch wenn die Bühnenauftritte mit seinem Chefdramaturgen und langjährigem Wegbegleiter Hermann Beil legendär sind –, sondern vielmehr als Regisseur und Direktor. Trotzdem dürfte auch Claus Peymann, der auf einer Pressekonferenz am Mittwoch auf die verbleibenden "61 Tage" vor- und auf die vergangenen 18 Jahre als Intendant des Berliner Ensembles (BE) zurückschaute, sich ein bisschen um seinen Nachruhm sorgen.

Die Zeit ist schnelllebig. Damit die Erinnerung an einen großen Theatermann – und das ist er zweifellos, auch wenn die letzten Jahren künstlerisch an sein früheres Wirken in Stuttgart, Bochum und Wien nicht heranreichen – nicht allzu schnell verblasst, hat der 79-Jährige jetzt ein 4,7 Kilogramm schweres Vermächtnis vorgelegt: "Das schönste Theater der Welt" (Alexander Verlag) sind die beiden Bände betitelt, die bis zum Ende der Spielzeit am 2. Juli zum Preis von 35 Euro im Theater am Schiffbauerdamm verkauft werden. Danach kosten sie 50 Euro.

Ein Arbeitsnachweis für die Ewigkeit

Im ersten Band gibt es ganz viele Farbfotos von den insgesamt 190 Inszenierungen der Direktion Peymann, streng genommen sind es zwei weniger, weil die beiden letzten ("Ball" und "Die Danksager") offenbar erst nach Drucklegung Premiere hatten. Ein opulentes Bilderbuch zum Durchblättern und zum in der Erinnerung schwelgen, angereichert m...

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