Scheidung: Wie Eltern Trennungskindern helfen

Eine Scheidung bringt für den Nachwuchs Veränderungen und Unsicherheit. Familienberater Burkhard Moisich gibt Tipps für die Trennungsphase

Burkhard Moisich ist Leiter der Beratungsstellen der Evangelisches Johannesstift Jugendhilfe gGmbH und seit 20 Jahren in der Familienberatung tätig. 40 bis 50 Prozent der Anfragen drehen sich um das Thema Trennung und Scheidung, sagt er. Hier erklärt er, was Kindern in Trennungs-Situationen hilft und was sie am meisten schmerzt.

Herr Moisich, warum kommen getrennte Eltern zu einer Beratung?

Burkhard Moisich: Es geht meist weniger um die Frage, wie es dem Kind geht. Sondern darum, den Konflikt mit dem anderen Elternteil zu lösen, etwa die Frage, wo das Kind künftig lebt und wie der Umgang gestaltet werden soll. Leider kommen die Eltern in der Regel zu spät. Sie versuchen erst, die Trennung selbst zu regeln. Wenn das nicht gelingt und sie hochstrittig sind, suchen Sie einen Berater auf. Viele kommen gar nicht freiwillig, sondern weil das Jugendamt es empfohlen oder das Familiengericht es angeordnet hat.

Eine schwierige Ausgangslage...

Allerdings. In 90 Prozent der Fälle gibt es Streit. Die Eltern empfinden weder emotional noch kognitiv füreinander Empathie. Sie können sich gar nicht mehr vorstellen, dass gewisse Gedanken aus der Sicht des anderen Sinn machen, und sind zunächst nicht bereit zu Verzicht und Kompromissen. Der Paarkonflikt wird nach der Trennung weitergeführt, das Kind nicht selten als Knüppel benutzt. Es geht um Macht und Konkurrenz, z.B. darum, wer das Kind mehr sieht. Insgeheim suchen viele Eltern eher einen Verbündeten gegen den anderen Elternteil als einen Berater...

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