Brücken-Einsturz in Baltimore: Taucher bergen zwei Leichen

Nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke in Baltimore sind die Leichen der ersten beiden Bauarbeiter geborgen worden. Die zwei Männer seien im Wasser der Hafeneinfahrt, eingeschlossen in ihrem rotem Kleinlaster, gefunden worden, teilte die Polizei mit. (Jim WATSON)
Nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke in Baltimore sind die Leichen der ersten beiden Bauarbeiter geborgen worden. Die zwei Männer seien im Wasser der Hafeneinfahrt, eingeschlossen in ihrem rotem Kleinlaster, gefunden worden, teilte die Polizei mit. (Jim WATSON)

Nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke in Baltimore sind die Leichen der ersten beiden Bauarbeiter geborgen worden. Die zwei Männer seien im Wasser der Hafeneinfahrt, eingeschlossen in ihrem rotem Kleinlaster, gefunden worden, teilte die Polizei des US-Bundesstaats Maryland am Mittwoch mit. Die Suche nach vier weiteren Vermissten musste unterbrochen werden, weil weitere Fahrzeuge unter den Trümmern der Brücke unter Wasser eingeklemmt sind.

Die Francis-Scott-Key-Brücke über dem Patapsco-Fluss war am frühen Dienstagmorgen eingestürzt, nachdem ein Containerschiff einen Brückenpfeiler gerammt hatte. Bei den sechs Opfern handelt es sich um Bauarbeiter, die in der Unglücksnacht Schlaglöcher auf der Brücke repariert hatten. Zwei ihrer Kollegen wurden direkt nach dem Unglück gerettet. Einer von ihnen blieb unverletzt, der andere wurde am Mittwoch aus dem Krankenhaus entlassen.

Am Dienstagabend hatte die Küstenwache die "aktive Suche" nach weiteren Überlebenden im eiskalten Wasser eingestellt. Ab Mittwochmorgen waren Polizei und Küstenwache dann wieder im Einsatz, um die Leichen der sechs Vermissten zu suchen.

Auf einer Pressekonferenz gab Marylands Polizeichef Roland Butler den Fund der ersten beiden Leichen bekannt. Es handelt sich demnach um den 35-jährigen Alejandro Hernandez Fuentes aus Baltimore, der ursprünglich aus Mexiko stammte, und seinen 26-jährigen Kollegen Dorlian Ronial Castillo Cabrera, der ursprünglich aus Guatemala kam und im Vorort Dundalk lebte.

Die Suche nach den vier weiteren Männern, die ebenfalls aus lateinamerikanischen Ländern stammen, gestaltet sich schwierig: Butler sagte, es sei zu gefährlich für die Taucher, zwischen die Beton- und Stahltrümmer hinabzutauchen. Stattdessen sollen nun zunächst die Trümmerteile entfernt werden, bevor die Taucher versuchen, die übrigen Leichen zu bergen.

Das unter der Flagge Singapurs fahrende Containerschiff "Dali" hatte die 2,6 Kilometer lange Autobrücke neuen Ermittlungsergebnissen zufolge am Dienstag um 1.29 Uhr (Ortszeit, 6.29 Uhr MEZ) gerammt. Der leitende Ermittler Marcel Muise von der Verkehrssicherheitsbehörde NTSB sagte am Mittwoch, das Schiff habe um 0.39 Uhr den Hafen von Baltimore verlassen. Ab 1.24 Uhr sei auf dem Stimmenrekorder ein Alarm zu hören, der wohl einen Stromausfall gemeldet habe.

Der Lotse habe der Hafenbehörde dann rasch per Funk mitgeteilt, dass das Schiff auf die Brücke zusteuere, und Schlepper angefordert. Auch Mitarbeiter der Verkehrsbehörde von Maryland, die sich wegen der Bauarbeiten auf der Brücke befanden, hörten den Notruf des Schiffs. Sie sperrten alle vier Fahrspuren ab - und verhinderten so ein noch größeres Unglück.

Um 1.29 Uhr sei auf dem Stimmenrekorder dann der Aufprall des Schiffs zu hören, sagte Muise. Binnen Sekunden stürzte fast die gesamte Stahlkonstruktion ein. Die acht Bauarbeiter, die direkt über dem Schiff Schlaglöcher verfüllt hatten, konnten nicht mehr in Sicherheit gebracht werden.

Das Schiff steckt immer noch in den Trümmern der Brücke fest. Der Vize-Admiral Peter Gautier von der US-Küstenwache versicherte, der Frachter sei "stabil". Die zum großen Teil indische Besatzung sei noch an Bord und beteilige sich an den Ermittlungen.

Nach Angaben der NTSB hat das Schiff 56 Container mit gefährlichen Stoffen an Bord, von denen einige durch das Unglück beschädigt wurden. Umweltschäden seien aber nicht zu befürchten, sagte Gautier. Zwei weitere der insgesamt 4700 Container gingen den Angaben zufolge über Bord.

mid/ju