Schillerlocken: Warum Sie die Finger von dieser Fischspezialität lassen sollten

Fischfans läuft bei diesem Anblick möglicherweise das Wasser im Mund zusammen – allerdings sollte man auf den Verzehr von Schillerlocken definitiv verzichten. (Bild: Jupiter Images/Getty Images)
Fischfans läuft bei diesem Anblick möglicherweise das Wasser im Mund zusammen – allerdings sollte man auf den Verzehr von Schillerlocken definitiv verzichten. (Bild: Jupiter Images/Getty Images)

Schillerlocken galten lange als begehrte Spezialität an deutschen Fischständen. Mittlerweile findet man sie aber nur noch eher selten – und das hat einen guten Grund.

„Na, wer kennt die Dinger hier?“, fragt das deutsche Supermodel Heidi Klum in einem Video, das sie kürzlich auf Instagram als Story veröffentlichte. Zu sehen sind sogenannte Schillerlocken, eine Fischdelikatesse, die sich vor allem in Deutschland lange besonderer Beliebtheit erfreute. „Schillerlocken, die hab ich schon ewig nicht mehr gegessen“, sagt Klum – und erklärt später fälschlicherweise: „Das ist ein Aal, ich liebe es!“ Vom Aal stammen Schillerlocken aber mitnichten – sondern vom Bauchlappen des Dornhais. Diese Tierart ist akut vom Aussterben bedroht, doch das weiß kaum jemand, der sich die Delikatesse schmecken lässt.

Heidi Klum scheint die Delikatesse aus ihrer deutschen Heimat zu mögen. (Bild: Screenshot Instagram/Heidi Klum)
Heidi Klum scheint die Delikatesse aus ihrer deutschen Heimat zu mögen. (Bild: Screenshot Instagram/Heidi Klum)

Dornhaie werden erst spät geschlechtsreif und zeugen somit generell nur wenige Nachkommen. In der Nordsee ist der Dornhai bereits ausgestorben – ein Schicksal, das ihm weltweit droht. In Gewässern der Europäischen Union ist der Fang von Dornhaien gesetzlich verboten, der Import bleibt allerdings weiterhin legal. Der Großteil – fast 90 Prozent – werde laut „Stern“ aus den USA importiert. Allerdings sieht auch dort die Zukunft des Fortbestands nicht rosiger aus. Deshalb rät Greenpeace seit Jahren vom Verzehr ab. Einige große Discounter wie Edeka oder Kaufland haben darauf reagiert und den Verkauf seit 2017 komplett eingestellt. Selbst importierter Dornhai, der das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei trägt, wurde aus den Regalen verbannt.

Die Zukunft des Dornhais sieht nicht besonders rosig aus. (Bild: Gerard Soury/Getty Images)
Die Zukunft des Dornhais sieht nicht besonders rosig aus. (Bild: Gerard Soury/Getty Images)

Gegen den Genuss von Schillerlocken sprechen aber nicht nur ethische, sondern auch gesundheitliche Gründe. Im Dornhai-Fleisch sind hohe Mengen an Methylquecksilberverbindungen enthalten, was zu Nieren- und Nervenschäden führen kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät vor allem Schwangeren, Kindern und Jugendlichen vom Verzehr ab. Aus dem gleichem Grund gilt Selbiges auch für Schwertfisch und Thunfisch.

Fischfans sollten also definitiv zu anderen, nicht überfischten Arten greifen – nur so hat der Dornhai möglicherweise eine Zukunft.

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