Schlacht um Mossul: Hunderttausende Zivilisten in Gefahr

Die Rückeroberung von Mossul gestaltet sich schwierig. Zuletzt sind viele Zivilisten bei den Kämpfen getötet worden. Die Anti-IS-Koalition erwägt einen Strategiewechsel.

Mehr als eine Woche nach dem Tod von mindestens 200 Zivilisten bei den Kämpfen gegen den “Islamischen Staat” in Mossul, sind die Umstände des Vorfalls weiter unklar.

Anwohner erklärten, dass es nach einem Luftangriff eine schwere Explosion gegeben habe. Die US-Streitkräfte, die die Anti-IS-Koalition aus der Luft unterstützen, kündigten eine Untersuchung an.

Die irakische Armee hingegen sagte, dass die IS-Miliz Häuser mit Sprengfallen ausgestattet habe, und die seien explodiert.

US-Luftangriffe auf Mosul haben wohl bis zu 200 Zivilisten getötet. So viel wie seit 2003 nicht mehr… https://t.co/E2Hr5D6k0E— Tilo Jung (@TiloJung) 26. März 2017

Die Vereinten Nationen zeigten sich sehr besorgt. Nach Angaben des irakischen Zivilischutzes sind seit Februar mehr als 3000 Zivilisten getöten worden. Die Opfer seien vor allem Kinder, Frauen und alte Menschen.

Der Vormarsch der irakischen Regierungstruppen steckt in den engen Gassen der Altstadt fest. Einem US-General zufolge wird erwägt, die Altstadt vom Rest der Stadt zu isolieren. Das würde die IS-Miliz auch dazu zwingen, an zwei Fronten zu kämpfen.

Viele Menschen sind geflohen doch rund 400.000 sitzen weiter in der Falle. Viele trauen sich nicht die Stadt zu verlassen, aus Angst vor den Heckenschützen. Berichten zufolge drohen die IS-Kämpfer jedem, der fliehen will, mit Erschießung, auch von Enthauptungen ist die Rede.

“Wir wollen uns nur sicher fühlen & in Frieden leben.” Tarafa (80) floh mit ihrem neugeborenen Enkel Sahar aus dem Westen von #Mossul, #Irak pic.twitter.com/9jnky4njXj— UNO-Flüchtlingshilfe (@unoflucht) 26. März 2017

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