Bürger können Schäden melden: Kölner Arbeiter bessern täglich Hunderte Schlaglöcher aus

Bürger sind aufgerufen, Straßenschäden zu melden.

So richtig hell ist es am vergangenen Samstagmorgen noch nicht. Auf der Rennbahnstraße in Weidenpesch ist deshalb kaum jemand unterwegs, sodass ein gelbes Warnlicht auf dem Dach eigentlich kaum nötig wäre. Der orangene Wagen der Kölner Straßenwärter ist auch so kaum zu übersehen. Kurz nach halb acht sitzt Julien Jennebach am Steuer des kleinen Lasters, vor ihm und seinen zwei Kollegen liegen mehr als fünf Stunden Arbeit. Ihr Auftrag: Schlaglöcher ausbessern, und zwar im Akkord.

Denn das Dreier-Team gehört zu einem der zehn Fahrzeuge, mit dem das Kölner Amt für Straßen am Freitag und Samstag schwerpunktmäßig Risse, Löcher und Brüche flickt. Der Winter setzt den Straßen Jahr für Jahr sehr zu, das ständige Auf und Ab der Temperaturen rund um den Gefrierpunkt sorgt für Schäden auf Gehwegen und Fahrbahnen. Wasser, das in kleine Öffnungen eindringt und gefriert, dehnt sich aus – im Asphalt entstehen Löcher. In besonders schweren Fällen können diese bis zu 20 Zentimeter tief sein.

Kölner Anwohner melden Straßenschäden

Außergewöhnlich viele Schlaglöcher gebe es in diesem Jahr zwar nicht, sagt Jennebach. „Eigentlich ist es wie immer im Winter.“ Ein Papierstapel mit Aufträgen auf dem Armaturenbrett des Wagens zeigt, dass trotzdem einiges zu tun ist. Neben den Straßenbegehern, die im Auftrag der Stadt regelmäßig die Kölner Straßen überprüfen, wenden sich auch Anwohner an die Stadt und melden Schäden vor ihren Haustüren.

Gleich das erste Loch auf Höhe der Hausnummer 23 ist ein solcher Fall. Deswegen greift Kimberly Gieraths nach einem Besen auf der Ladefläche und kehrt das Wasser aus dem etwa handgroßen Loch. „Kehren, einbauen, verdichten und zum Schluss ein bisschen Sand drauf“, erklärt die 22-jährige Straßenwärterin ihre Arbeit.

Kaltasphalt, eine schwarze, grobkörnige Masse, wird in das Schlagloch gefüllt. Anschließend klopft Erol Karakoc die glänzende Füllung mit einem metallenen Stampfer fest. Damit der Asphalt, der ein wenig über den Rand des Lochs hinausragt, nicht an den Autoreifen festklebt, schüttet der 47-Jährige noch etwas Sand auf die Stelle. Gesperrt werden muss die Straße mit dieser Methode nicht, ein wartendes Auto kann sofort über die geflickte Stelle fahren.

Eine Reparatur dauert nicht länger als eine Minute, aber weit kommen die drei Straßenwärter auch danach nicht. Nur ein paar Schritte weiter warten die nächsten Schlaglöcher, dieses Mal sogar mehrere nebeneinander. Kleine Löcher werden nicht gefüllt, sie gefährden die Verkehrssicherheit nicht. „Die müssen erst noch wachsen“, meint Karakoc und lacht, als er daran denkt, dieses Loch dann im kommenden Jahr stopfen zu müssen.

Wie lange eine Füllung mit Kaltasphalt hält, hängt von der Belastung der Straße ab. Auf Nebenstraßen verschließen sie Schäden aber im besten Fall für mehrere Jahre. Auf besonders betroffenen Straßen helfe aber irgendwann nur noch eine aufwändigere Reparatur mit heißem Asphalt, erklärt Karakoc.

Eine Bilanz zu den Einsätzen während der Frostperiode hat die Stadt für Anfang April angekündigt. Zwischen Dezember 2017 und April vergangenen Jahres wurden 6448 Schäden erfasst, gut die Hälfte davon konnte behoben werden. Auf einigen Auftragsblättern sind ganze Straßenzüge angegeben, die drei müssen also selbst nach Löchern Ausschau halten. Die Suche kostet Zeit. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie es in ihrer Schicht an diesem Samstag  schaffen, mehrere Hundert  Löcher in den Fahrbahnen mit Asphalt zu füllen. 

Hinweise auf gefährliche Schlaglöcher und andere Straßenschäden nimmt das Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung unter der eigens eingerichteten Nummer 0221/221-38141 entgegen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta