Schlechte sozio-ökonomische Umstände verkürzen Leben um zwei Jahre

Schlechte wirtschaftliche und soziale Lebensumstände verkürzen die Lebenserwartung laut einer Studie um gut zwei Jahre. Demnach beeinflussen Bildung, Einkommen und Arbeit entscheidend die Lebenserwartung

Schlechte wirtschaftliche und soziale Lebensumstände verkürzen die Lebenserwartung laut einer Studie um gut zwei Jahre. Menschen mit ungünstigen sozio-ökonomischen Lebensbedingungen - wie etwa eine Arbeit als Geringqualifizierter oder ein niedriges Bildungsniveau - lebten im Schnitt 25 Monate kürzer als Menschen mit guten Voraussetzungen, heißt es in einer Studie, die am Mittwoch in der britischen Medizinzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde.

Für die Untersuchung waren 48 Studien aus fünf europäischen Ländern, den USA und Australien ausgewertet worden. Demnach sind die negativen Auswirkungen sozialer Benachteiligung größer als bei starkem Alkoholkonsum, der die Lebenserwartung um sechs Monate verkürze, oder Fettleibigkeit (acht Monate).

Die Analyse ist Teil des Forschungsprojekts Lifepath, das den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Unterschieden beim Gesundheitszustand untersucht und von der EU-Kommission finanziert wird.

"Wir wissen, dass die Bildung, das Einkommen und die Arbeit die Gesundheit beeinflussen, aber wenige Studien haben die Bedeutung bemessen", erklärte Mika Kivimaki vom Londoner University College. Er und seine Kollegen wiesen darauf hin, dass die sozio-ökonomischen Lebensbedingungen von der Politik auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene beeinflusst werden könnten. Solche Maßnahmen seien möglicherweise wirksamer als Unterstützung für Raucher-Entwöhnungen oder Ernährungstipps.

Der sozio-ökonomische Status eines Menschen könne ein ganzes Leben lang unverändert bleiben und ihn "gefährlichen Bedingungen" aussetzen, erklärte Lifepath-Chef Paolo Vineis.

Die nun veröffentlichte Studie ergab auch, dass Rauchen die Lebenserwartung um 4,8 Jahre verringert, Diabetes um 3,9 Jahre und Bewegungsmangel um 2,4 Jahre. Die Forscher räumten ein, dass ihnen als einziges Indiz für den sozio-ökonomischen Status der Patienten die Angaben zu ihren Berufen vorlagen.