Schlechtes Abi, kein Uni-Abschluss: "Wer wird Millionär"-Kandidaten outen Günther Jauch

Carmen Schnitzer
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Schlechtes Abi, kein Uni-Abschluss: "Wer wird Millionär"-Kandidaten outen Günther Jauch

Einen amüsanten Schlagabtausch über Bildung und Bildungslücken lieferten sich in der RTL-Quizshow "Wer wird Millionär?" zwei Kandidaten mit Moderator Günther Jauch. Der plauderte dabei prompt aus dem Nähkästchen und erzählte Interna aus seinem einstigen WG-Alltag.

Gleich zwei Kandidaten kosteten Günther Jauch in der letzten "Wer wird Millionär?"-Sendung (RTL) ordentlich Nerven. Dabei ging es ganz harmlos los. Musiklehrer Eric Gressel, der sich in der vorangegangenen Sendung bereits 500 Euro erspielt hatte, arbeitete sich weiter vor und nickte bei der 4.000-Euro-Frage bereits wissend, bevor der Moderator sie überhaupt ausformuliert hatte. Der gab sich genervt: "Die finde ich die Schlimmsten: diese Nicker oder Lächler!" Tatsächlich konnte der Kandidat schon vor Erscheinen der Antwortmöglichkeiten korrekt verkünden, dass es sich bei einem "Direkteinspritzer" um einen Dieselmotor handelte und nicht um eine Injektionsnadel, Wasserpistole oder einen Pissoirbenutzer.

"Wenn Sie hier schon so einen überlegenen Eindruck machen", forderte Jauch den vergnügten Gressel daraufhin heraus, "warum haben Sie dann bis zur Beendigung Ihres Studiums (...) 21 Semester benötigt?" "Nur des Bachelors", korrigierte der, er studiere aktuell noch im Masterstudiengang. Spöttisches Auflachen bei Jauch, doch Gressel war noch nicht fertig: "Dafür habe ich, glaub' ich, den einzigen universitären Abschluss auf den beiden Stühlen hier, ist das richtig?" Touché, Applaus vom Saalpublikum! Denn ja, die Sendung war noch vor dem bisherigen Höhepunkt der Corona-Krise aufgezeichnet worden. "Leider gut, Punkt für Sie", lobte Jauch den Hobby-Hardrocker, der sich schließlich 32.000 Euro erspielen konnte.

Eric Gressel bei WWM (RTL)

"Nordkoreanisch anmutende Kontrollen"

Nicht ganz so lässig ging es für den nächsten Kandidaten, Tim Holzhäuer, voran. Schon bei der 300-Euro-Frage geriet er ins Straucheln, rätselte, ob es sich bei "Küchen in der Küche" (A), "Dielen in der Diele" (B), "Bädern im Bad" (C) oder "Balkonen auf dem Balkon" (D) um einen Bodenbelag handelte und verriet auf Jauchs Nachfrage hin, dass er keine Ahnung habe, welcher Boden in seiner WG läge. Auch habe in den drei Wochen, die er mit seinen Mitbewohnern dort lebe, noch nie jemand geputzt. Bei diesen Geständnissen kam Günther Jauch ins Plaudern, erzählte aus eigenen WG-Zeiten, in denen es einen strengen Putzplan gegeben hätte. "Nordkoreanisch anmutend" hätten er und seine Mitbewohner einander kontrolliert, was aber die schöne Folge gehabt hätte, dass der gelegentliche Damenbesuch nicht gleich wieder die Flucht ergriff - "zumindest nicht aus hygienischen Gründen". Auf Holzhäuers Frage, aus welchen anderen Gründen denn, setzte Jauch nur sein typisches Schelmengrinsen auf.

Holprig ging es weiter für den angehenden Sportjournalisten: Für die 1.000-Euro-Frage ("Auf welche ,Musik' würden die meisten wohl gern verzichten?") brauchte er den Publikums-Joker, der ihm mit 97 Prozent der Klicks verriet, dass es sich dabei um den "Montagsblues" handelte, während "Freitagsjazz", "Samstagssoul", "Sonntagspop" der Fantasie der "WWM"-Redakteure entsprungen war.

Tim Holzhäuer bei WWM (RTL)

Erst auf gutes Zureden von Jauch zog er auch für die 4.000-Euro-Frage einen Joker (50:50), der zum Glück die von ihm anvisierte Antwort "Hoheit" (sowie "Rauheit") ausschloss: Stattdessen gehörte in das Wort "Roheit" noch ein weiteres "h". Die ebenfalls übrig gebliebene "Schlauheit" hatte er glücklicherweise sowieso nicht in Betracht gezogen. Wie denn sein Abi-Schnitt gewesen sei, wollte Jauch wissen. "Ähnlich wie bei Ihnen", antwortete der Kandidat, "Wir sind doch beide im Drei-Komma-Klub, oder?" Das stimmte - 3,1 hatte Jauch. Holzhäuser war noch schlechter, die genaue Zahl behielt er für sich.

Überraschungssieger

Bei diesem unsicheren Start erstaunlich: Tim Holzhäuser räumte an diesem Abend am meisten ab! Während die auf ihn folgende Kandidatin Corinna Gönner wie zuvor Eric Gressel 32.000 Euro mit nach Hause nahm, gelang ihm die richtige Beantwortung der 64.000-Euro-Frage, denn er war sich sicher, dass Cristiano Ronaldo als erster Mensch die 200-Millionen-Follower-Marke bei Instagram geknackt hatte (und nicht Kim Kardashian, Papst Franziskus oder Ed Sheeran).

Was lernen wir aus diesem Abend? Auch mit einem schlechten Abi-Schnitt kann man auf der Gewinnerseite stehen - oder gar RTL-Moderator werden ...