Schlecker-Prozess: Schlüsselzeuge wird befragt

Der ehemalige Drogeriekettenbesitzer Anton Schlecker. Foto: Marijan Murat/Archiv

Der Bankrottprozess gegen die Familie Schlecker wandert an das Amtsgericht Ehingen bei Ulm - allerdings nur für einen Tag. heute wird dort der ehemalige Prokurist der Firma als Zeuge befragt.

Aus Altersgründen kann der frühere Vertraute Anton Schleckers für seine Vernehmung nicht mehr nach Stuttgart kommen. Der ehemalige Schlecker-Manager hatte tiefe Einblicke in alle Geschäfte und zog jahrelang die Strippen in dem Drogeriemarkt-Imperium.

«Ich hielt ihn immer für Weltklasse», sagte Anton Schlecker selbst über ihn in dem Prozess. Er habe dem Mann vertraut, wie nur wenigen im Leben. Auch bei der Entführung der beiden Kinder in den 1980er Jahren stand der Manager der Familie bei. «Er hat die Kinder aus der Hand der Entführer gelöst», erzählte Schlecker.

In dem Prozess um die Pleite der Drogeriemarktkette im Jahr 2012 wirft die Anklage Schlecker unter anderem vor, vorsätzlich Vermögenswerte in Höhe von mehr als 25 Millionen Euro dem Zugriff der Gläubiger entzogen zu haben. Nach der Insolvenz verloren Zehntausende Schlecker-Mitarbeiter ihren Job. Wegen Beihilfe sitzen auch Schleckers Frau Christa sowie die beiden Kinder Meike und Lars auf der Anklagebank. Den Kindern wird auch Insolvenzverschleppung des Logistikers LDG vorgeworfen, der für den Schlecker-Konzern arbeitete.

Mitteilung des Landgerichts Stuttgart

Mitteilung der Staatsanwaltschaft zur Anklage im April 2016

§134 Insolvenzordnung

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