Schleswig-Holstein führt 2G-Pflicht in Tourismus- und Freizeitbereich ein

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Mediziner auf einer Intesivstation (AFP/Christof STACHE)

Als Reaktion auf die zunehmend angespannte Coronalage führt auch Schleswig-Holstein ab der kommenden Woche eine 2G-Pflicht im Freizeitbereich ein. Die Regelung greift bei Freizeitveranstaltungen aller Art, in den Innenräumen von Gaststätten und bei Sport in Innenräumen, wie die Landesregierung am Mittwoch in Kiel nach Beratungen in der Koalition aus SPD, Grünen und FDP mitteilte. Auch touristische Übernachtungen werden erfasst.

Demnach können Privatreisende nur noch in Hotels einchecken, wenn sie vollständig geimpft oder genesen sind. Für Berufsreisende gilt jedoch eine 3G-Regel, also können auch Ungeimpfte mit negativem Coronatest übernachten. Auch bei beruflichen Veranstaltungen, einschließlich geschlossenen Veranstaltungen in Innenräumen der Gastronomie, gilt 3G. Die Neufassung der Coronaschutzregeln tritt am Montag in Kraft.

Zugleich begrenzt die Landesregierung ab dann private Zusammentreffen von Ungeimpften in geschlossenen Räumen auf maximal zehn Teilnehmer und setzt die erst kürzlich aufgehobene Maskenpflicht für Schüler im Unterricht erneut in Kraft. Von den neuen 2G-Regeln im Freizeitbereich ausgenommen sind pauschal Kinder bis sieben Jahre sowie Jugendliche bis 18 Jahre, die in der Schule regelmäßig auf Corona getestet werden.

Die Coronasituation in Schleswig-Holstein sei längst nicht mit der in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen zu vergleichen, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Kiel vor Journalisten. Die eigene Sieben-Tage-Inzidenz liege derzeit bei 107 und sei damit die niedrigste im gesamten Bundesgebiet. Trotzdem halte die Regierung an ihrem vorsichtigen Kurs fest, um eine Zuspitzung der Lage zu vermeiden.

Günther appellierte zugleich auch an bereits geimpfte Bürgerinnen und Bürgern, sich im Zweifel trotzdem lieber vorsichtig zu verhalten. Dies gelte gerade bei Treffen im privaten Bereich, wo nicht immer klar sei, ob alle anderen geimpft seien oder nicht. Auch Vizeministerpräsidentin Monika Heinold (Grüne) rief dazu auf, sich unabhängig vom Impfstatus lieber vorsichtig zu verhalten. "Masken sind ein guter Schutz", sagte sie. Auch seien Zusammenkünfte draußen weniger riskant als drinnen.

In den vergangenen Tagen hatten bereits zahlreiche Bundesländer wegen der stark steigenden Infektionszahlen und einer sich abzeichnenden Überlastung der Intensivstationen in Krankenhäusern eine 2G-Pflicht eingeführt. Am Donnerstag wollen die Regierungschefinnen und -chefs von Bund und Ländern bei einem Spitzentreffen über die Lage beraten.

bro/cfm

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