"Schlicht, aber nicht trist" - Debatte über Schuluniformen flammt in Frankreich auf

"Schlicht, aber nicht trist", so sollten nach den Vorstellungen der französischen Première Dame Schuluniformen in Frankreich aussehen. Mit einer überraschenden Stellungnahme  hat Brigitte Macron die Debatte über Schuluniformen befeuert. "Ich habe 15 Jahre lang einen marineblauen Rock und Pullover getragen, das ist mir gut bekommen", sagte sie der Zeitung "Le Parisien" (Donnerstagsausgabe).

Ihre Meinungsäußerung erstaunte in Frankreich um so mehr, als der rechtspopulistische Rassemblement National (RN) am selben Tag einen entsprechenden Gesetzesvorschlag in der Nationalversammlung einbringen wollte. Linke und rechte Politiker brachten umgehend die altbekannten Argumente an.

Eine Schuluniform beende "den Wettlauf um die teuersten Klamotten" und "vermeide den Druck der Islamisten", meinte die RN-Fraktionsvorsitzende Marine Le Pen. "So schützen wir unsere Kinder vor Kommunitarismus und Konsumwahn", betonte der republikanische Senator Bruno Retailleau. Seine Partei will den Vorschlag der Rechtspopulisten unterstützen.

"Die soziale Ungleichheit an Schulen vertieft sich immer weiter. Das lässt sich nicht dadurch ändern, dass alle das gleiche T-Shirt und den gleichen Rock tragen", widersprach der linksradikale Abgeordnete Alexis Corbière.

Die Partei von Präsident Emmanuel Macron ist in der Frage gespalten. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich derzeit mit dem Thema, obwohl Bildungsminister Pap Ndiaye kürzlich erst gesagt hat, dass er dazu kein Gesetz wolle. Nach geltendem Gesetz können Schulen eine Uniform einführen, wenn sie dies wollen. Der Gesetzesvorschlag des Rassemblement National hat wenig Aussicht, verabschiedet zu werden. Er wurde bereits in der Kommission mehrheitlich abgelehnt.

kol/ck