Schluss mit Party

Touristen in Goa

Die legendären nächtelangen Partys im indischen Goa sollen bald Vergangenheit sein: Das lange Zeit ignorierte Verbot, nach 22.00 Uhr noch laute Musik zu spielen, werde jetzt endlich umgesetzt, sagte Goas Regierungschef Manohar Parrikar am Mittwoch vor Journalisten. Die Polizei sei überdies angewiesen worden, mit Razzien gegen Drogen, Prostitution und Glücksspiel in dem westindischen Bundesstaat vorzugehen.

Die ehemalige portugiesische Enklave Goa ist bekannt für ihre Sandstrände, ihre entspannte Atmosphäre und ihr Nachtleben. Alljährlich kommen Millionen Touristen.

Goas Image als Strandparadies litt in den vergangenen Jahren allerdings nicht nur unter Drogeneskapaden, sondern auch unter spektakulären Gewaltverbrechen. So war 2008 die 15-jährige britische Schülerin Scarlett Keeling unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und ermordet worden. Ihre halbnackte Leiche wurde im flachen Wasser an einem Partystrand gefunden.

Mehrere weitere Ausländer starben in Goa unter mysteriösen Umständen. Vergangenen Monat wurde die nackte Leiche einer 28-jährigen Irin in der Nähe eines Touristenortes gefunden. In der Nacht zuvor war sie mit einem Einheimischen auf einer Party gesehen worden. Der Mann wurde wegen Vergewaltigung und Mordes festgenommen.

Goas Regierung hat aber offenbar auch kulturell-ideologische Gründe dafür, gegen laute nächtliche Feiern vorzugehen. Vergangene Woche hatte der Wasserminister des Bundesstaates, Vinod Palyekar, erklärt: "Diese Partys sind gegen unsere Kultur, Wir müssen sie sofort stoppen."

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