Schnee, Glatteis und starke Winde sorgen in Deutschland weiter für extremes Januarwetter

Im bayerischen Marktoberdorf wird durch ein Schild an einer Schule vor Dachlawinen gewarnt. (Bild: ddp images)

Der extreme Schneefall im Süden Deutschlands und in Österreich hält an. Die Massen an Schnee forderten hier schon insgesamt 12 Todesopfer durch Lawinen, umkippende Bäume oder herabstürzende Äste. Zusätzlich sorgen nun auch im Rest Deutschlands Glatteis, Frost und starke Winde für extrem ungemütliches – und teils gefährliches – Wetter.

Zwar schwappt ab Freitag eine Warmfront von Nordwesten auf Deutschland über und wird im Verlauf des Tages langsam weiter nach Süden ziehen, wo sie für mildere Luft sorgt – doch zunächst bleibt die kalte Luft wetterbestimmend und die Gefahr durch die Schneemassen ist noch lange nicht vorüber.

Weiterer Neuschnee und Glatteisgefahr

Ab dem Freitagmorgen ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) an den Alpen und im Alpenvorland mit abklingendem Schneefall und lokal noch mit einem bis drei Zentimetern Neuschnee zu rechnen.
Im Norden sowie auch in der Mitte Deutschlands setzt bereits der Regen ein. Dabei ist stellenweise Glätte durch gefrierenden Regen nicht ausgeschlossen. Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger sollten sich unbedingt auf diesen Wetterumschwung einstellen.

Während in München selbst die Lage laut der zuständigen Feuerwehr relativ entspannt blieb, versinken viele umliegende Landkreise weiterhin im Schnee. In Ottobrunn wurde ein Schwimmbad wegen der Schneelast auf dem Dach evakuiert, in Aying tötete ein umstürzender Baum ein neunjähriges Kind. Die Bahn kapituliert an einigen Orten in Deutschland bereits und stellte teilweise den Regionalverkehr ein – man komme mit dem Schneeräumen schlichtweg nicht hinterher.

Am Wochenende ist dann auch in den nördlichen Teilen von Bayern und Baden-Württemberg mit in Regen übergehenden Niederschlägen sowie örtlichem Glatteis zu rechnen. Das wird die Räumungsarbeiten zusätzlich erschweren.

Arbeiter fällen im sächsischen Altenberg vorsorglich einen Baum – er könnte sonst unkontrolliert unter den Schneemassen zusammenbrechen. (Bild: Reuters)

Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) zieht bereits Konsequenzen aus den schweren und teils tödlichen Unfällen, die durch die Schneemassen verursacht wurden. Sie warnt ausdrücklich davor, in den Wald zu gehen – und generell unter jeglichen Bäumen höchste Vorsicht walten zu lassen. Sie rate den Waldarbeitern bei der Aufarbeitung der möglichen Schäden besonders vorsichtig zu sein, um sich und andere keineswegs in Gefahr zu bringen. “Viele Bäume können im Moment unter der hohen Schneelast jederzeit umkippen oder zusammenbrechen”, so Kaniber.


Der Deutsche Wetterdienst hält die Unwetterwarnungen für den Süden Bayerns auch vorerst aufrecht. Aufgrund des starken Schneefalls gilt seit dem späten Donnerstagabend nun auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen der Katastrophenfall. Nach den Kreisen Miesbach, Berchtesgadener Land und Traunstein ist es der vierte Landkreis in Bayern, in dem der Katastrophenfall ausgerufen wurde.

Am Wochenende leichter bis mäßiger Frost

Abgesehen von Nordwestdeutschland muss überall in Deutschland mit leichtem, im Süden mäßigem Frost gerechnet werden. In der Nacht zum Samstag wird dann auch im Süden sowie im Bergland leichter bis mäßiger Frost herrschen.

Sturmböen bis zu 100 km/h

Als wären Schneechaos und Glatteisgefahr nicht schon genug, sorgen auch weiterhin starke Winde für ungemütliches Januarwetter. Heute kommt an der Küste und im Bergland auffrischender und von Südwest auf Nordwest drehender Wind dazu – an der Küste mit einzelnen Windböen um 55 km/h, in der Nacht zum Samstag auf exponierten Gipfeln sogar extrem schwere Sturmböen bis 100 km/h.

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