Schneechaos und Lawinentote: Keine Entwarnung bei Winterwetter

Das Schneechaos hält Teile Deutschlands und Österreichs weiterhin in Atem. (Bild: Reuters/Michael Dalder)

Seit Tagen sorgen schwere Schneefälle in den Alpen für chaotische Verhältnisse. Einige Orte sind durch die Wetterlage mittlerweile von der Außenwelt abgeschnitten. Mehrere Menschen kamen durch Lawinen ums Leben.

Der Winter hat in Teilen Bayerns und Österreichs mit voller Härte zugeschlagen, Entspannung ist zur Zeit keine in Sicht. Im Alpenraum gab es in den letzten Tagen laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes immer wieder Schneefall von zehn bis 20 Zentimetern, zwischen Karwendelgebirge und Berchtesgadener Alpen betrug der Neuschnee stellenweise bis zu 30 Zentimeter. Wie “n-tv”-Meteorologe Björn Alexander voraussagt, ist mit weiteren 10 bis 15 Zentimetern, in manchen Orten sogar mit 20 Zentimetern Schneefall zu rechnen.


Weiterhin zweithöchste Lawinenwarnstufe

Unverändert hoch bleibt die Lawinenwarnstufe, die derzeit in Deutschland bei 4 von maximal 5 möglichen Punkten auf der Gefahrenskala liegt. In Teilen Österreichs gilt die höchste Warnstufe. In St. Anton in Tirol wurde ein 16-Jähriger deutsch-australischer Skifahrer von einer Lawine verschüttet und starb. Im österreichischen Skigebiet Wildkogel wurden sechs deutsche Schüler von einer Lawine erfasst und zum Teil verschüttet. Laut Angaben der Polizei überlebten glücklicherweise alle Beteiligten nahezu unverletzt.

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Seit Tagen Verkehrschaos

Die anhaltenden Schneefälle sorgen auch im Straßenverkehr für Chaos. Mehrere Bahnstrecken in Bayern sind seit Mittwochmittag gesperrt. Darunter fällt die Zugverbindung zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden – auch Verbindungen nach Tegernsee, Lenggries und Bayrischzell sind momentan gesperrt. In Thüringen kommt es ebenfalls zu Einschränkungen: Auch die Bahnstrecke zwischen Jena-Göschwitz und Gera wurde gesperrt. Außerdem fahren zwischen Gera und Hof keine Züge, da Bäume aufs Gleis gestürzt sind.

Auf den Straßen und Autobahnen häufen sich Staus und Unfälle: Nach Angaben der “Thüringer Zeitung” kam es auf der A9 in Ostthüringen zu einem 50 Kilometer langen Stau, nachdem am Mittwochabend in beiden Richtungen LKWs auf der Fahrbahn liegen geblieben waren. Ein Einsatz von Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Räumdiensten habe elf Stunden gedauert. Autofahrer müssen derzeit besonders vorsichtig sein und sich den Witterungsverhältnissen anpassen.

Rettungskräfte haben zurzeit alle Hände voll zu tun. (Bild: Reuters/Michael Dalder)

Orte abgeschnitten

Mehrere Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten. Der Berchtesgadener Ortsteil Buchenhöhe am Obersalzberg ist eingeschneit. Da die Zufahrtsstraße gesperrt ist, werden die Anwohner momentan von der Bundeswehr versorgt. Ebenfalls betroffen ist die Gemeinde Jachenau am Walchensee. Deren Bürgermeister Georg Riesch bittet die Anwohner um Geduld. Um die Arbeiten nicht zu behindern und sich selbst nicht zu gefährden, sollen alle Jachenauer weiter zu Hause bleiben, für das Nötigste sei gesorgt, erklärt Riesch. Auch in Österreich sind einige Orte nicht erreichbar – darunter Galtür in Tirol. In Sachsen beherrscht das Schneechaos ebenfalls mehrere Ortschaften. Wie “Bild” berichtet, ist Carlsfeld nahe Plauen nicht mehr erreichbar.

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Schulfrei

Zahlreiche oberbayerische Gemeinden lassen aus Sicherheitsgründen den Unterricht ausfallen. Wie ein Sprecher des Kultusministeriums sagte, gelte für Lehrer jedoch Dienstpflicht.

Prognose für die kommenden Tage

Experten rechnen zwar damit, dass sich die Lawinensituation in den kommenden Tagen etwas entspannt, die Lawinengefahr bleibt aber weiterhin bestehen. Der Deutsche Wetterdienst rechnet bis mindestens Mitte nächster Woche vor allem im Alpenraum mit Schnee. Die aktuelle Unwetterwarnung wegen heftiger Schneefälle gilt bis Freitag.

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