Schock-Doku im WDR: So werden Flüchtlingshelfer von Rechten terrorisiert

Bei einem Pegida-Aufmarsch in Dresden protestieren Rechte gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. (Bild: AP Images/ Jens Meyer)

Sie empfinden sich als Retter des christlichen Abendlandes: Eine Doku des WDR hat nun beleuchtet, mit welchen fiesen Methoden Rechtsradikale gegen Flüchtlingshelfer vorgehen.

Es ist ein düsteres Bild, das die Spätabenddoku „Wenn Hass an die Haustür klopft“ da zeichnet. In der Reportage wird das Leben von einigen Flüchtlingshelfern im Bundesland Nordrhein-Westfalen unter die Lupe genommen. Und wie diese von ihren rechten Gegnern, aber auch von gewalttätigen Gruppierungen für ihre humanitären Überzeugungen angegangen werden.


In NRW sind Rechtsextreme seit dem Aufkommen der Flüchtlingskrise besonders aktiv. Rund 2.600 rechtsextreme Übergriffe wurden dort allein im vergangenen Jahr gezählt. Und dabei handelt es sich lediglich um die gemeldeten Straftaten.

Zu Wort kommt in der Doku unter anderem Pfarrer Charles Cervigne aus Aldenhoven in der Nähe von Aachen. In die Fenster seiner Kirche seien bereits zweimal Steine geworfen worden. Gemeinsam mit Mitgliedern seiner Gemeinde engagiert sich der Glaubensmann seit Monaten ehrenamtlich für Flüchtlinge. Für Rechtsextreme ein Grund, den Pfarrer zu bedrohen.


Mit Schmierereien und Vandalismus terrorisieren die Rechten jene, die Flüchtlingen ihre Hilfe anbieten. Aber auch mit Gewaltandrohungen. Auf seinem Facebook-Account bekommt es Cervigne regelmäßig mit verbalen Attacken zu tun. Eines Tages standen rechte Schläger plötzlich vor seiner Tür und griffen den Pfarrer auch physisch an.

In der Reportage kommt auch SPD-Politikerin Wiebke Esdar zu Wort. Die 32-Jährige setzt sich für das Bündnis „Bielefeld bleibt bunt“ ein. Über eine besonders fiese Masche versuchten Unbekannte, die Kommunalpolitikerin einzuschüchtern – sie veröffentlichten Esdars Telefonnummer und Adresse im Internet. Aus diesem Grund sei sie bereits aus ihrer Erdgeschosswohnung in einer Wohnung im ersten Stock gezogen.

Die Flüchtlingshelfer wollen trotz der Bedrohung von rechts weitermachen und Flüchtlingen helfen. Wiebke Esdar, die auch in Zukunft eine „Politikerin zum Anfassen“ bleiben und sich nicht verstecken wolle, nimmt seit kurzem allerdings Kurse in Selbstverteidigung. Man kann schließlich nie wissen.

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