Scholz: Möglicherweise zehn Millionen Impfstoffdosen pro Woche ab Ende Juni

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD)

Trotz des derzeitigen Mangels an verfügbaren Corona-Vakzinen in Deutschland rechnet Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) mit einer rasanten Beschleunigung der Impfkampagne in den kommenden Wochen. Bereits im April werde es "viele Millionen" Impfstoffdosen pro Woche geben, sagte Scholz am Dienstag im ZDF. "Im Juni, Juli werden wir eine Situation haben, in der vielleicht zehn Millionen Impfdosen pro Woche verimpft werden können."

"In den nächsten Wochen und Monaten wird es immer mehr Impfstoff geben", prognostizierte Scholz. Beim Impfgipfel am Freitag müsse es deshalb vor allem darum gehen, die "große logistische Operation" vorzubereiten, in der möglichst viele Bürger möglichst schnell geimpft werden sollten.

Die Entscheidung seines Kabinettskollegen Jens Spahn (CDU), die Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca auszusetzen, verteidigte der Finanzminister. "Ich finde, wenn sich ein Land wie Deutschland Institutionen leistet wie das Paul-Ehrlich-Institut, wo Expertinnen und Experten dafür da sind, dass sie mutige Entscheidungen treffen, die auch notwendig sind, um die Sicherheit von Impfstoffen zu gewährleisten, dann müssen wir das auch beachten", sagte er.

Zwar gebe es in der Expertenlandschaft noch andere Meinungen zu der vorläufigen Einstellung der Astrazeneca-Impfungen. Sich über die Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts hinwegzusetzen, "wäre aber ein ganz schwerer Fehler" gewesen - "zumal es ja, wenn es gut geht, nur um wenige Tage geht", argumentierte Scholz. Er hoffe auf ein "positives Signal" der europäischen Behörden am Donnerstag. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will an diesem Tag ihre "abschließende Einschätzung" zur Sicherheit des Impfstoffs von Astrazeneca vorstellen.

Nach Berichten über einen Zusammenhang zwischen der Verabreichung von Astrazeneca und dem Auftreten von Blutgerinnseln hatten viele EU-Länder, darunter Deutschland, die Impfungen mit dem Mittel eingestellt. Die EMA bekräftigte am Dienstag allerdings erneut ihre ursprüngliche Risikoeinschätzung des Impfstoffs: Es gebe derzeit keine Belege, dass die bei einzelnen Geimpften aufgetretenen Blutgerinnsel von dem Astrazeneca-Impfstoff verursacht worden seien, sagte Behördenchefin Emer Cooke.

isd/mkü