Scholz sieht klare Ausrichtung der SPD als zentrale Herausforderung

Olaf Scholz

SPD-Vize Olaf Scholz hat eine mangelnde Profilschärfe seiner Partei beklagt. "Wir brauchen einen klaren Kurs, damit die Bürgerinnen und Bürger wissen, wofür wir stehen", sagte der Bundesfinanzminister, der sich für den SPD-Vorsitz bewirbt, dem Portal "t-online.de". "Das halte ich im Augenblick für eine unserer größten strukturellen Herausforderungen."

"Der Zickzackkurs der Vergangenheit hat uns geschadet", sagte Scholz. Konkret wollte er sich hierzu allerdings nicht äußern: "Ich möchte hier keine Beispiele geben, Sie verstehen mich schon." Scholz betonte, jeder Bürger müsse "die SPD verstehen können". Dies setze einen klaren Kurs voraus und auch "ein gewisses Durchhaltevermögen".

Scholz bewirbt sich gemeinsam mit der Brandenburger Landespolitikerin Klara Geywitz für den SPD-Vorsitz. Noch bis einschließlich Freitag läuft die Mitgliederbefragung; sechs Duos sind noch im Rennen. Es wird erwartet, dass anschließend eine Stichwahl folgt.

Zur Frage, wofür eine von Geywitz und ihm geführte SPD stehen würde, sagte Scholz, die Partei sei "eine historisch besondere Kraft, weil sie es geschafft hat, eine fortschrittliche, zuversichtliche politische Perspektive mit einem sozialstaatlichen Programm zu verbinden". Auch heute betrachteten die Sozialdemokraten die Welt aus der Perspektive der Arbeit. "Das ist das, was uns von anderen Parteien unterscheidet."