Scholz zurückhaltend bei Asylverfahren außerhalb Europas

ACCRA (dpa-AFX) -Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich zurückhaltend zu Forderungen nach Asylverfahren außerhalb Europas geäußert. Man sollte bei solchen Vorschlägen zunächst einmal fragen, was die Drittstaaten dazu sagen, die die Verfahren durchführen sollen, sagte Scholz am Dienstag während seiner Afrika-Reise in Ghana. "Das wäre jedenfalls ein höflicher Rat."

Zuvor hatte sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst dafür ausgesprochen, Asylverfahren außerhalb Europas ernsthaft zu diskutieren. Nach ihrer Ankunft in Europa sollten Flüchtlinge in Partnerländer entlang der Fluchtrouten gebracht werden, "damit dort Verfahren und Schutzgewährung nach rechtsstaatlichen Regeln stattfinden", sagte der CDU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung". "Das heißt, die, die keinen Schutzstatus erwarten können, kommen erst gar nicht in unser Land."

Scholz sagte in Ghanas Hauptstadt Accra, es gebe "viele Dinge, die jetzt jeden Tag vorgeschlagen" würden. "Das Wichtigste ist, dass man immer auch dabei einen klaren Kopf bewahrt." Wo man Partner benötige, müsse man zunächst einmal prüfen, "ob die auch kooperieren wollen".