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Höchster britischer Katholik O'Brien zurückgetreten

25. Februar 2013
O'Brien wird "unangemessenes Verhalten" vorgeworfen
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Der ranghöchste Würdenträger der katholischen Kirche in Großbritannien, Kardinal Keith O'Brien, ist zurückgetreten. Berichten zufolge wird dem Geistlichen "unangemessenes Verhalten" im Umang mit Glaubensbrüdern vorgeworfen. (Archivfoto)

Nach Berichten über schwere Vorwürfe gegen den schottischen Kardinal Keith O'Brien ist der ranghöchste Würdenträger der katholischen Kirche in Großbritannien zurückgetreten. Papst Benedikt XVI. habe das Rücktrittsgesuch bereits am 18. Februar angenommen, teilte die katholische Kirche von Schottland mit. Papst Benedikt XVI. ermöglichte unterdessen per Dekret ein Vorziehen des Konklaves zur Wahl seines Nachfolgers.

O'Brien hatte ursprünglich im November angekündigt, er wolle sich zu seinem 75. Geburtstag im kommenden Monat zurückziehen. Nun habe der Papst den Rücktritt auf den 25. Februar festgesetzt, teilte O'Brien mit. Rückblickend danke er Gott für "das Gute, das ich tun konnte", zugleich entschuldige er sich für die "Fehler", die er begangen habe, "bei all denen, die ich gekränkt habe".

Der Rücktritt folgte auf Berichte über "unangemessenes Verhalten" des Kardinals im Umgang mit Glaubensbrüdern. Mehrere Priester erhoben einem Zeitungsbericht zufolge schwere Vorwürfe. O'Brien habe bei diversen nächtlichen Aktivitäten "unangemessenes Verhalten" an den Tag gelegt, berichtete die Sonntagszeitung "The Observer" über eine angebliche Beschwerde an den Vatikan. Demnach geht es um Vorkommnisse vor rund 30 Jahren, die drei amtierende und ein ehemaliger Priester gemeldet hätten. O'Brien wies die Vorwürfe zurück.

O'Brien zählte bislang zu den 117 Kardinälen, die an der Wahl eines neuen Papstes teilnehmen sollten. Er erklärte nun aber, er werde nicht an dem Konklave zur Papstwahl teilnehmen. "Ich möchte nicht, dass sich die Aufmerksamkeit der Medien auf mich richtet, sondern auf Papst Benedikt XVI. und auf seinen Nachfolger", erklärte O'Brien.

Der scheidende Papst ermöglichte derweil per Dekret ein Vorziehen des Konklaves. "Ich gebe dem Kardinalskollegium die Möglichkeit, den Beginn des Konklaves vorzuziehen, wenn alle Kardinäle anwesend sind", erklärte er in einem sogenannten Motu proprio. Sollten "ernste Gründe" dafür vorliegen, könne der Beginn aber auch "um einige Tage" aufgeschoben werden.

Benedikt XVI. will das Papstamt am Donnerstag niederlegen. Das nun erlassene Dekret wurde erwartet. Gemäß den bisher geltenden Regeln müsste das Konklave mit - nach derzeitigem Stand - 115 Kardinälen eigentlich zwischen dem 15. und 20. März beginnen. Die Frist sollte es den Kardinälen aus aller Welt ermöglichen, sich nach Rom zu begeben. Diesmal sind jedoch bereits zahlreiche Kardinäle im Vatikan versammelt, um Benedikt XVI. zu verabschieden. Die Vorverlegung könnte es dem neuen Papst zudem ermöglichen, sich besser auf das Osterfest vorzubereiten.

Wie das "Katholische Magazin für Kirche und Kultur" berichtete, wird auch der indonesische Kardinal Julius Riyadi Darmaatmadja nicht zum Konklave reisen. Der Gesundheitszustand des 78-Jährigen lasse eine Reise nach Rom nicht mehr zu. Damit werden 115 statt 117 vorgesehenen Kardinälen das neue Kirchenoberhaupt wählen.

Vatikansprecher Federico Lombardi teilte mit, dass der Ermittlungsbericht zur sogenannten Vatileaks-Affäre nur dem neuen Papst vorgelegt werde. Dies habe Papst Benedikt entschieden, der bislang als Einziger Kenntnis von den Dokumenten habe. In italienischen Medien war spekuliert worden, dass der Bericht auch den Kardinälen zur Papstwahl vorgelegt werden könnte. In der Vatileaks-Affäre waren geheime Dokumente des Papstes kopiert und aus dem Vatikan geschmuggelt worden.