Schottland beantragt offiziell in London erneutes Unabhängigkeitsreferendum

Schottland hat in London die Abhaltung eines erneuten Unabhängigkeitsreferendums offiziell beantragt. Wegen des Brexit möchte Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon ihre Landsleute im Herbst 2018 oder spätestens im Frühjahr 2019 erneut über die Loslösung von Großbritannien abstimmen lassen, also noch vor dem voraussichtlichen EU-Austritt Großbritanniens in zwei Jahren.

Bei dem ersten Referendum 2014 hatten sich 55 Prozent der Wähler gegen die Unabhängigkeit Schottlands ausgesprochen. Mit dem Brexit-Votum habe sich aber nun die Ausgangslage geändert, so Sturgeon. Das Parlament in Edinburgh hatte am Dienstag für ein zweites Referendum über eine Loslösung Schottlands vom Vereinigten Königreich gestimmt.

First Minister NicolaSturgeon in Bute House, Edinburgh, working on final draft of Section 30 letter to Prime Minister Theresa May pic.twitter.com/Blj7jlDpDT— Scottish Government (scotgov) March 30, 2017

„Das schottische Volk muss das Recht haben, über seine eigene Zukunft zu entscheiden“, betonte Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon in einem Schreiben an die britische Premierministerin Theresa May. In einer Videobotschaft sagte sie weiter: “Der Wille des schottischen Parlaments muss respektiert werden. Es geht nicht darum ob, sondern in welcher Form er respektiert wird. Sollte sich Premierministerin May sperren, werden ich dem schottischen Parlament in wenigen Wochen weitere Schritte vorzuschlagen, um zu garantieren , dass der Wille des Parlaments respektiert wird und wir Fortschritte machen, um den Menschen in Schottland eine Wahl zu geben. “

Watch First Minister ScotGovFM NicolaSturgeon on why she is formally asking for powers to hold a second independence referendum pic.twitter.com/rrg9ruxR6Q— Scottish Government (@scotgov) March 31, 2017

Damit das Ergebnis rechtsverbindlich ist, muss die Regierung in London dem Referendum zustimmen. Premierministerin Theresa May sperrt sich bislang dagegen. Erst am Montag hatte May erneut ihre Ablehnung bekräftigt. Jetzt sei „nicht der richtige Moment“ für eine solche Befragung, sagte sie bei einem Treffen mit Sturgeon.

Eine klare Mehrheit der Schotten hatte sich beim Brexit-Referendum im vergangenen Jahr für einen Verbleib Großbritanniens in der EU

ausgesprochen. Sturgeon forderte daher einen Sonderstatus für Schottland nach dem Brexit.

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