„Schule ohne Rassismus“ bekommt AfD-Funktionär als Rektor

Im September soll der AfD-Funktionär Gerd Kögler den Rektor-Posten übernehmen. (Bild: dpa)
Im September soll der AfD-Funktionär Gerd Kögler den Rektor-Posten übernehmen. (Bild: dpa)

Ausgerechnet das! Da schreibt sich eine Grund- und Mittelschule im beschaulichen Oberfranken den Kampf gegen den Rassismus auf die Fahnen – und bekommt prompt einen neuen Rektor, der sich in seiner Freizeit als AfD-Funktionär engagiert. Zahlreiche Eltern reagierten mit Fassungslosigkeit auf die Neuigkeit, dass nun ein rechter Politiker die „Anti-Rassismus-Schule“ ihrer Kinder leiten soll.

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Da sich der bisherige Rektor Siegfried Müller in den Ruhestand verabschiedet, musste die Regierung in Oberfranken einen neuen Schulleiter wählen. Ab September soll deshalb Gerd Kögler den Posten bekleiden. Kögler ist nicht nur einfaches AfD-Mitglied, sondern sitzt sogar im hochfränkischen Parteivorstand der Rechtspopulisten.

In Oberkotzau, so der Name des nordbayerischen Ortes, in dem sich die Schule befindet, sind Eltern nun äußert irritiert. Wie kann es sein, dass so jemand mit der Schulleitung betraut wird? Ein Vorsitzender des Elternbeirates reagierte auf die Neuigkeit mit den Worten „Ich bin geplättet“, wie die Süddeutsche Zeitung auf ihrer Webseite berichtet.

Der neue Schulrektor versichert, er wisse, „wie Demokratie funktioniert“. (Bild: dpa)
Der neue Schulrektor versichert, er wisse, „wie Demokratie funktioniert“. (Bild: dpa)

Kögler, der früher in der SPD tätig war, betont, dass er ursprünglich wegen der Euro-Thematik der AfD beigetreten ist. Der designierte Schulrektor bittet um Fairness. An der Ausrichtung der „Schule ohne Rassismus“ wolle er nichts ändern und „wie Demokratie funktioniert“ wisse er auch.

AfD-Mann Kögler: Nichts wird sich ändern

Demnächst soll Gerd Kögler sowohl mit dem Kollegium als auch dem Elternbeirat zusammentreffen. Schon jetzt gibt der AfD-Mann, der seit 2012 Leiter einer Schule in Hof ist, Entwarnung: „Jeder, der mich kennt, weiß, dass sich in Oberkotzau nichts ändern wird“. Ulrike Gote von den bayerischen Grünen warnt Kinder, Lehrer und Eltern dennoch: „Die Schulfamilie muss wachsam sein.“

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Die Grund- und Mittelschule in Oberkotzau ist eine von rund 2000 Schulen in Deutschland, die sich dem Projekt „Schule ohne Rassismus“ angeschlossen haben. Dabei handelt es sich um das größte Schulnetzwerk Deutschlands – es wendet sich gegen jede Form von Gewalt, Mobbing und Diskriminierung. Seit 2015 ist die Schule in Oberfranken eine „Schule ohne Rassismus“.

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