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Schulze: Über drei Millionen Ukrainer seit Kriegsbeginn medizinisch unterstützt

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind mehr als drei Millionen Menschen in dem Land mit deutscher Hilfe medizinisch unterstützt worden. (Roman PILIPEY)
Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind mehr als drei Millionen Menschen in dem Land mit deutscher Hilfe medizinisch unterstützt worden. (Roman PILIPEY)

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind mehr als drei Millionen Menschen in dem Land mit deutscher Hilfe medizinisch unterstützt worden. Diese Zahl nannte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) am Freitag bei einer deutsch-ukrainischen Gesundheitskonferenz in Berlin. Die medizinische Hilfe sei insbesondere Kindern und Jugendlichen, Binnenflüchtlingen und Veteranen zugute gekommen. Sie umfasse unter anderem Operationen, Arztbehandlungen, Schulungen, medizinische Ausstattung und psychosoziale Betreuung.

"Die Ukraine braucht mehr als nur Waffen, um sich zu verteidigen", erklärte Schulze. "Ihre Widerstandskraft hängt auch von der körperlichen und seelischen Gesundheit der Ukrainerinnen und Ukrainer ab." Deutschland stehe "auch beim Thema Gesundheit solidarisch an der Seite der Ukraine".

Schulzes Ministerium richtete nach eigenen Angaben ein Kliniknetzwerk aus 30 deutschen und 50 ukrainischen Krankenhäusern sowie medizinischen Einrichtungen ein. Die Zusammenarbeit soll zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung im Land sowie zur langfristigen Stärkung des ukrainischen Gesundheitswesens beitragen.

An der Konferenz am Freitag nahmen auch die Gesundheitsminister beider Länder teil - Karl Lauterbach (SPD) und sein ukrainischer Amtskollege Viktor Liashko. Sie vereinbarten eine engere Zusammenarbeit Deutschlands und der Ukraine im Gesundheitswesen und der Pflege.

Gefördert werden soll der Austausch von Expertinnen und Experten, der Wissensaustausch zu Organisationsstrukturen und Reformen im Gesundheitssektor sowie der Kontakt zwischen Gesundheitsbehörden, Stiftungen und Gesundheitseinrichtungen.

"Mit der Vereinbarung setzen wir gemeinsam neue Impulse für eine verstärkte Zusammenarbeit, insbesondere auch mit Blick auf den angestrebten EU-Beitritt der Ukraine", erklärte Lauterbach. "Der verbrecherische Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine trifft die Gesundheitsversorgung des Landes ganz besonders." Mehr als 1500 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal seien seit Beginn des Krieges dokumentiert. Das ukrainische Gesundheitswesen funktioniere aber trotz der gezielten Angriffe.

Die Coronapandemie und insbesondere der russische Angriffskrieg hätten der Ukraine die Bedeutung internationaler medizinischer Partnerschaften klar vor Augen geführt, teilte der ukrainische Gesundheitsminister Liashko mit. Kein Gesundheitssystem könne derartige Herausforderungen allein bewältigen. Liashko betonte: "Wir setzen auf weltweite Zusammenarbeit."

Die Konferenz vom Freitag bildet den Auftakt zu weiteren Veranstaltungen auf dem Weg zur Ukraine-Wiederaufbaukonferenz, die Deutschland und die Ukraine im Juni in Berlin ausrichten wollen. Neben der Mobilisierung des Privatsektors, dem Wiederaufbau von Gemeinden und Regionen, dem EU-Beitrittsprozess und den damit verbundenen Reformen soll es nach Angaben der Bundesregierung bei der Konferenz auch um den sozialen Wiederaufbau gehen, um die gesellschaftlichen Folgen des Krieges abzumildern.

awe/pw